Stromausfälle in Castrop-Rauxel: Wilde Spekulation im Netz, klare Antworten von Westnetz

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Der jüngste Stromausfall am Sonntag in Ickern und Habinghorst war bereits der vierte Ausfall der letzten Wochen. Gibt es etwa ein generelles Netzproblem? Das wollten wir von Westnetz wissen.

Castrop-Rauxel

, 28.01.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Grund für den Stromausfall, der am Sonntagmorgen rund 1800 Haushalte vom Netz abschnitt, war laut Westnetz-Pressemitteilung ein Kurzschluss im Bereich der Vinckestraße. Gegen 8 Uhr, so das Unternehmen, habe man alle Kunden wieder mit Strom versorgen können. Nachdem man die Störungsstelle per Kabelmesswagen eingegrenzt hatte, wurden bereits am Sonntag Prüfungs- und Reparaturarbeiten aufgenommen.

So viel zum aktuellen Fall. Der löste auf Facebook vehemente Diskussionen und Vermutungen aus. Die reichten von einem mit Smiley versehenen Kommentar „Es haben zu viele E-Autos gleichzeitig Strom geladen“ über die Prophezeiung „Alte Ölkabel/Bleikabel die jetzt sukzessive durchschlagen...“ bis zur Mutmaßung „Sorry, aber an Kabelfehler glaube ich nicht! Ein Kabel schaltet sich nicht ab sondern wird höchstens wie auch immer mechanisch zerstört. Mal sehen wie viele Kabelfehler wir noch bekommen...“

Netzprobleme oder Stromschwankungen?

Vier größere Stromausfälle hat es in Castrop-Rauxel seit dem 23. Dezember gegeben, betroffen waren unterschiedliche Stadtteile. Gibt es da ein massives Problem beim Netzbetreiber Westnetz? Oder sorgen massive Stromschwankungen im Netz für die Ausfälle? Diese Fragen stellten wir Westnetz-Sprecherin Katrin Frendo.

Die betonte, dass man bei dem Unternehmen, das zur Innogy-Gruppe zählt und sich selbst als größten Strom- und Gas-Verteilnetzbetreiber im Westen Deutschlands bezeichnet, selbst nachdenklich geworden sei ob der vielen Ausfälle in Castrop-Rauxel in kurzer Zeit.

Katrin Frendo: „Angesichts der Fehlerarten gehen wir aber tatsächlich von einem Zufall aus.“ Zwei der Stromausfälle seien auf Muffenfehler und zwei auf Kabelfehler jeweils im unterirdischen Kabelnetz zurückzuführen, zudem seien weit auseinander liegende Ortsteile betroffen.

Bauteile wurden zur Prüfung gegeben

„Die unglaubliche Häufung hat uns aber auch dazu veranlasst, die defekten Bauteile zur Prüfung an Eurotest zu schicken“, so Katrin Frendo. Bei Eurotest handelt es sich um ein akkreditiertes Prüfinstitut, das herstellerunabhängige Prüfdienstleistungen in der elektrischen Energietechnik übernimmt und ebenfalls zu Innogy gehört.

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Mit der Prüfung habe man ausschließen wollen, dass eventuell mögliche generelle Materialfehler oder Bauteilmängel auch an anderen Stellen im Netz für Probleme sorgen könnten. Die Prüfung habe keine Auffälligkeiten ergeben. „Darum gehen wir tatsächlich von einem dummen Zufall aus und hoffen einfach, dass wir den Großteil der statistisch vorkommenden Ausfälle jetzt schon hatten“, so die Westnetz-Sprecherin.

Im Schnitt habe man nämlich in Castrop-Rauxel im Jahr sieben bis neun Stromausfälle. Für die kommenden elf Monate blieben also nur noch drei bis fünf Ausfälle übrig. „In jedem Haushalt gibt es ja mal so eine Serie, dass Waschmaschine, Mixer und Herd nacheinander kaputt gehen“, zieht Katrin Frendo einen Vergleich.

Versorgungssicherheit sei sehr hoch

Die generelle Versorgungssicherheit mit Strom sei in Castrop-Rauxel auf keinen Fall gefährdet, versichert die Unternehmenssprecherin. Im internationalen Vergleich stehe man mit den Ausfallzeiten in Castrop-Rauxel sogar blendend da. Die letzten Jahreszahlen von 2018 belegten einen durchschnittlichen Jahres-Stromausfall pro Bürger von 13,9 Minuten in Deutschland.

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„In unserem gesamten Westnetz-Gebiet liegen wir bei den Ausfallzeiten bei 11,8 Minuten und in Castrop-Rauxel sogar bei nur 8,45 Minuten“, sagt Katrin Frendo. Zum Vergleich: Ein Jahr hat mehr als 525.000 Minuten.

Die Befürchtung, dass es einmal einen Stromausfall geben könnte, weil nicht genug Strom zur Verfügung stünde, dementiert Katrin Frendo: „Es gibt zu jedem Zeitpunkt genügend Strom, da muss man wirklich keine Angst haben.“

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