Tageseltern in Castrop-Rauxel bieten ebenfalls Notbetreuung wegen Coronavirus an

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Bei den Tageseltern in Castrop-Rauxel und den Eltern der Kinder, die dort betreut werden, gab es am Wochenende Verwirrung über die Betreuung ab Montag. Die Stadt klärte das jetzt auf.

Castrop-Rauxel

, 15.03.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Betretungsverbot von Kindertagesbetreuungsangeboten, das das Land am Freitag erlassen hat, gilt auch für Tageseltern. Das betonte Bürgermeister Rajko Kravanja noch einmal im Gespräch mit der Redaktion.

Dennoch sind alle Tagespflegepersonen in Castrop-Rauxel am Montag im Dienst. „Es wird kein Kind abgewiesen“, so Kravanja. Betreut werden sollen spätestens ab Mittwoch aber auch dort nur noch die Kinder, deren Eltern in Schlüsselpositionen tätig sind.

Die Kinder verschiedener Tageseltern sollen nicht zusammengelegt werden. Einige Tageseltern werden also weniger und andere vielleicht auch gar keine Kinder mehr zu betreuen haben.

Die Kinder von Schlüsselpersonen bleiben aber bei ihren vertrauten Personen in ihrer vertrauten Umgebung. Einzige Ausnahme: Die Tagespflegeperson gehört selbst zur Risikogruppe. „Die müssen sich an die Stadt wenden, werden aber von der Betreuung ausgenommen“, erklärt Kravanja. Der Einzelfall sei entscheidend.

Betreuung unter bestimmten Voraussetzungen

In dem Erlass des Landes heißt es: „Kindertagespflegestellen (Einzelkindertagespflege und Großtagespflege) halten ihr Angebot dann aufrecht, wenn sie Kinder von alleinerziehenden Schlüsselpersonen oder Kinder, bei denen beide Eltern Schlüsselpersonen sind, betreuen. Auch hier gilt die Regelung, dass eine Betreuung nur dann möglich ist, wenn die Infektionsschutzaspekte (Krankheitssymptome, Kontakte mit infizierten Personen, Aufenthalt in Risikogebieten) beachtet werden.“

Als Schlüsselpersonen gelten Angehörige von Berufsgruppen, deren Tätigkeit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie der medizinischen und pflegerischen Versorgung und der Aufrechterhaltung zentraler Funktionen des öffentlichen Lebens dient: Krankenpflege, Ärzte, Feuerwehr, Polizei, Katastrophenschutz, Telekommunikationsdienste, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung, Lebensmittelversorgung etc..

Die Castrop-Rauxeler Tagesmutter Georgia Dimou erklärt: „Die Regierung, unsere Politiker und die Experten haben richtig entschieden. Ich bin mit den Eltern meiner Tageskinder in Kontakt und wir werden Lösungen finden.“

Tatsächlich werde ihre Tür weiter geöffnet sein, denn sie betreut Kinder, deren Eltern im Gesundheitswesen arbeiten. Die Stadt habe den Tageseltern den Ausgleich des Verdienstausfalls zugesichert.

Die Sicherheit gehe vor und es sei wichtig, auf die Mitmenschen zu achten. Sie selbst habe auch Kinder, die ab Montag nicht mehr in die Schule und auch nicht in die Frohlinder Ökoinsel gehen werden. Georgia Dimou selbst habe keine Angst vor dem Virus, folge aber dem Rat der Experten und sei vorsichtig.

Nachtrag Sonntag, 21.15 Uhr:

Georgia Dimou hat sich in Absprache mit dem Jugendamt und den betroffenen Eltern dazu entschieden, ab Mittwoch keine Kinder mehr zu betreuen, da ihre Tochter ein sehr schwaches Immunsystem habe. Dimou: „Es fällt mir schwer, meine Tageskinder für eine lange Zeit nicht zu sehen, die Fortschritte, die sie täglich machen, das Kinderlachen und das Glück, das sie einem zeigen.“

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