Der Beweisparkschein: Von 17.12 Uhr bis 18 Uhr wurden 2,25 Euro abgerechnet. © privat
Parken

Teures Parken in Nachbarstadt: Castrop-Rauxeler ist sehr verwundert

Hätte Wolfgang Hohmann sein Auto in Düsseldorf oder Köln geparkt, so wäre ihm die abgebuchte Summe gar nicht aufgefallen. Doch der Castrop-Rauxeler musste in einer Nachbartstadt viel zahlen.

Wolfgang Hohmann besucht Recklinghausen immer mal wieder. Und so parkte er am Montag, 2. August, wie gewohnt hinter dem Rathaus auf einem städtischen Parkplatz und wollte einen Parkschein ziehen. Was ihm dazu fehlte, war das nötige Kleingeld. Aber: An dem betreffenden Parkautomaten war Kartenzahlung möglich.

Und so steckte Wolfgang Hohmann seine EC-Karte in den Automaten und löste das Ticket. Doch das offenbarte erstaunliche Zahlen: Die Ankunftszeit war 17.12 Uhr, zahlen muss man in Recklinghausen nur bis 18 Uhr. Dadurch kommt man auf eine kostenpflichtige Zeitspanne von 48 Minuten. Doch Wolfgang Hohmann staunte: „Ich habe dafür 2,25 Euro bezahlt, obwohl eine halbe Stunde nur 75 Cent kostet.“ Und demnach würden 48 Minuten Parken 1,20 Euro kosten.

„Mir geht es gar nicht um den von mir zu viel gezahlten Euro, der ist ja wirklich unerheblich. Mir geht es ums Prinzip: Man kann mir doch nicht ohne Begründung einfach mehr abbuchen, als ich zahlen muss“, erklärte Wolfgang Hohmann: „Und möglicherweise bin ich ja auch kein Einzelfall. Vielleicht wird da bei ganz vielen Leuten zu viel Geld abgebucht. Möglicherweise haben das viele noch gar nicht bemerkt.“

Zu viel gezahltes Geld wird nicht erstattet

Hohmann rief die Stadt an, doch eine zufriedenstellende Antwort erhielt er dort zunächst einmal nicht: „Man erklärte mir, dass man zu viel gezahltes Geld nicht erstatten könnte, doch das war ja bei mir gar nicht der Fall. Wenn ich Münzen eingeworfen hätte, dann könnte ich das noch verstehen, aber bei mir war es eine zu hohe Abbuchung, gegen die ich gar nichts machen konnte.“

In seinem Bestreben nach Gerechtigkeit wandte er sich an uns, an die Recklinghäuser Zeitung. „Vielleicht können Sie da etwas erreichen“, so Wolfgang Hohmanns Gedankengang. Doch das war gar nicht so leicht, da die Stadt aus Datenschutzgründen nicht alles ausplaudern darf und erst eine Einverständniserklärung des Geschädigten einforderte.

Der Schriftverkehr über drei Stationen zog sich ein wenig hin, und währenddessen machte die Stadt das einzig Richtige. Sie nahm Kontakt zu Wolfgang Hohmann auf und erklärte ihm, was passiert war. Hohmann selbst schildert das so: „Ich kann wohl, wenn ich mit der Karte zahle, immer nur in Halb-Stunden-Schritten bezahlen. Zwei davon hätten gereicht, vermutlich habe ich einmal zu viel draufgedrückt. So kommen 2,25 Euro zustande.“ Soll heißen: Wenn jemand versehentlich (was nicht wahrscheinlich, aber möglich ist) zehnmal draufgedrückt hätte, hätte er 7,50 Euro abgebucht bekommen. Selbst verschuldet, könnte man sagen. Doch die Stadt könnte das auch technisch verhindern. „Daran will man arbeiten, hat der städtische Mitarbeiter mir versichert“, so der versöhnte Hohmann.

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Redakteur Recklinghäuser Zeitung
Ich bin Ur-Recklinghäuser, der die Stadt nur für das Studium Richtung Münster verlassen hat. Seit 1990 freier Mitarbeiter, seit 1992 fest angestellt. Rund 20 Jahre habe ich mich vor allem um Sport im Allgemeinen und Fußball im Speziellen gekümmert. Danach folgte eine Horizonterweiterung für alle Themen - und das mit Überzeugung.
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