Tipps vom Spitzen-Golfer: So überwindet man jedes Hindernis auf dem Golfplatz in Frohlinde

hzGolfplatz Castrop-Rauxel

Mit 27 Löchern ist der Golfplatz in Castrop-Rauxel der größte in der Umgebung. Und einer mit vielen Hürden. Ein Golf-Experte verrät: Mit diesen Tricks kann sie jeder Golfer bezwingen.

Frohlinde

, 16.11.2019, 18:15 Uhr / Lesedauer: 4 min

Es ist kalt, erst 16 Uhr - und die Sonne ist schon dabei unterzugehen. „Lasst uns schnell auf den Platz, bevor es zu dunkel wird“, sagt Julian Freiesleben und holt sein Golf Cart. Freiesleben golft bereits seit 16 Jahren im Golfclub Castrop-Rauxel.

Der 29-Jährige kennt sich auf dem weitläufigen Platz also bestens aus. Mit einem Handicap von 3,5 ist er zudem in der zweitbesten Golfvorgabenklasse des Deutschen Golf-Verbandes.

„Golfen ist längst nicht mehr so elitär wie früher“

Lässig gekleidet in Jeans und Sneakers, die braunen Haare elegant nach hinten gegelt - Freiesleben bedient nicht das typische Golfer-Klischee. „Golfen ist längst nicht mehr so elitär wie früher“, sagt Freiesleben und fährt ein Golf Cart aus der Garage. „Es geht teilweise sehr laut und emotional auf dem Platz zu und nach der Runde gibt es noch ein Bierchen im Clubhaus.“

Die Zahl der jugendlichen Golfer sei dennoch weiterhin zu gering. „Ich kann das verstehen“, sagt Freiesleben. „Wann hat man als Jugendlicher neben dem Berufsleben auch noch Zeit, mehrere Stunden auf dem Golfplatz zu stehen?“

Golfen nimmt viel Zeit in Anspruch

„Das ist nicht wie im Fitnessstudio, wo man mal kurz eine Stunde trainieren gehen kann“, bestätigt auch Tim Grosser. Nach der Arbeit geht der 23-Jährige deshalb lieber ins Fitnessstudio. Das Golfen macht er hobbymäßig, an den Tagen, an denen er mehr Zeit hat.

Tipps vom Spitzen-Golfer: So überwindet man jedes Hindernis auf dem Golfplatz in Frohlinde

Julian Freiesleben (r.) verrät Tipps und Tricks auf dem Castrop-Rauxeler Golfplatz. © Marén Carle

Julian Freiesleben hingegen verbringt viel Zeit auf dem Golfplatz und übt stetig für Turniere. Er gibt Grosser Tipps, wie er besondere Hindernisse auf dem Castrop-Rauxeler Golfplatz besser bewältigen kann.

Castrop-Rauxel hat den größten Golfplatz in der Umgebung

Das Cart ruckelt ordentlich auf der Fahrt zum ersten Loch. „Wir haben hier in Castrop-Rauxel drei verschiedene Runden“, sagt Freiesleben. „Der Platz in Castrop-Rauxel ist der einzige in der Umgebung mit 27 Löchern.“ Es gibt Runde A, B und C. A und B können auch kombiniert werden. „Runde C ist noch etwas hügeliger, dafür gibt es auf Runde A und B mehr Bäume“, sagt Freiesleben. „Dadurch ist es hier etwas windgeschützter und im Sommer schattiger.“

„Das ist nicht wie im Fitnessstudio, wo man mal kurz eine Stunde trainieren gehen kann.“
Tim Grosser

Tipps vom Spitzen-Golfer: So überwindet man jedes Hindernis auf dem Golfplatz in Frohlinde

Tim Grosser © Marén Carle

Heute steht Runde A im Fokus. „Ich persönlich finde das Loch A3 am schwierigsten“, sagt Freiesleben. „Das ist ein ganz schweres Par 4.“ Die Par-Angabe an jedem Loch besagt, wie viele Schläge ein sehr guter Golfer durchschnittlich benötigt, um den Ball vom Abschlag in das Loch zu spielen. Wäre die Bahn am Loch A3 nur ein paar Meter länger, wäre das Loch ein Par 5 - und der Spieler hätte somit einen Schlag mehr, um das Loch Par zu spielen. „Da ist man bei jedem Schlag besonders gefordert, weil jeder Schlag sitzen muss“, sagt Freiesleben.

Kurz vor dem Loch: Chippen oder Pitchen?

Freiesleben und Grosser fachsimpeln über den besten Schläger für einen 120 Meter Schlag, schlagen ein paar Probebälle - dann geht es ans Eingemachte. Der kleine weiße Ball liegt auf dem Grün, ist also nicht mehr weit vom Loch entfernt. Die Frage ist: Chippen (kleine Ausholbewegung, der Ball rollt flach und lange) oder Pitchen (größere Ausholbewegung, der Ball fliegt höher und kürzer)?

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„Ich spiele die Bälle am liebsten flach mit einem einfachen Schlag“, sagt Freiesleben. „Dann kannst du den Schlag besser beherrschen. Klar sieht’s bei Turnieren cooler aus, wenn man den Ball pitcht, aber wenn’s daneben geht, ist man der Depp“. Es komme schließlich auf das Ergebnis an: „Egal, wie der Schlag aussieht, Hauptsache der Ball liegt am Ende gut.“

Sandbunker: „Bei dem Hindernis habe ich immer arge Probleme“

Während die Sonne langsam hinter den Bäumen verschwindet, fahren Freiesleben und Grosser zum Sandbunker - eine mit Sand gefüllte Grube. Ein Hindernis, bei dem Grosser noch gute Tipps von Freiesleben gebrauchen kann. „Bei dem Hindernis habe ich immer arge Probleme“, gesteht Grosser. „Trainierst du das häufig?“, fragt er den Trainer. „Sollte ich eigentlich“, sagt Freiesleben und fügt mit einem Grinsen hinzu: „Ich bin aber auch nicht so oft im Bunker.“

Mit einer Hake fegt Freiesleben den Sand im Bunker glatt. „Dann zeig mir doch mal, wie du einen Schlag machen würdest“, fordert er Grosser auf. Der Schlag geht gegen die Sand-Wand. „Ich bin nicht richtig unter den Ball gekommen“, weiß Grosser selbst, Freiesleben nickt. „Versuch‘ mal den Schläger schon so 10cm vor dem Ball in den Boden zu hauen.“ Ein tiefes Loch im Sand ist das Resultat des zweiten Schlages, der Ball ist noch immer im Bunker. „Das war eher so Abteilung Tiefbauamt“, schmunzelt Freiesleben.

Ganz viele Tipps und Linien im Sand

Freiesleben zieht Linien in den Sand. Eine Linie, an der Tim Grosser stehen soll, eine Linie, wo der Ball liegen soll und eine Linie, an der der Schläger den Boden berühren soll. „Du bist mit dem Schläger etwas zu früh aufgekommen“, erklärt Freiesleben. „Und du musst noch etwas offener stehen, dann ist der Schläger auch offener.“ Grosser versucht alle Anweisungen zu befolgen und sich passend hinzustellen. „Das ist alles so leicht gesagt“, sagt Grosser und grinst. Freiesleben nickt. „Probier es einfach ein paar Mal, das Gute hier im Bunker ist ja, dass die Bälle immer wieder zurück kommen.“

Tipps vom Spitzen-Golfer: So überwindet man jedes Hindernis auf dem Golfplatz in Frohlinde

Julian Freiesleben zieht Linien zur Orientierung in den Sand. © Marén Carle

Während Grosser versucht, Ball und Schläger passend zu positionieren, geht Freiesleben mit seinem Handy vor ihm in die Hocke. „Ich filme den Schlag, dann können wir hinterher jeden Schritt analysieren.“ Grosser holt Schwung - und schlägt den Ball nicht nur aus dem Bunker heraus, sondern direkt aufs Grün. „Perfekt, besser kann es nicht mehr werden, hier höre ich auf“, freut sich Grosser. „Was eine Lernkurve“, stimmt ihm Freiesleben zu.

Freiesleben: Den gleichen Schlag drei Stunden lang geübt

Das Video analysieren die beiden trotzdem - und Freiesleben findet immer etwas, das noch verbessert werden kann. „Halte das Handgelenk noch etwas offener.“ „Nimm noch etwas mehr Schwung und Speed auf.“ „Bewege die Hüfte noch mehr und ziehe den Schläger komplett durch.“ Viele Kleinigkeiten - da hilft nur üben, üben, üben. „Ich habe mal drei Stunden lang immer den gleichen blöden kurzen Schlag geübt“, erzählt Freiesleben. „Aber das hilft extrem. Und bei Turnieren ist man bei den kurzen Schlägen dann nicht mehr so nervös.“

Mittlerweile ist es dunkel geworden auf dem weitläufigen Golfplatz, die Sonne ist hinter den Bäumen verschwunden. Freiesleben und Grosser suchen alle Bälle zusammen, packen die Schläger ein und fahren mit dem Golf Cart vorbei an all den anderen Löchern. „Wenn man fremd ist, kann man sich hier auf dem Platz schon mal verlaufen“, sagt Freiesleben.

Nach einem kurzen Abstecher an dem alten Clubhaus, einer bäuerlichen Scheune - „die hatte noch richtig Charme“, findet Freiesleben - geht es weiter zum neuen modernen Clubhaus, rein ins Warme. „Das neue Clubhaus und die neue Runde C gibt es seit 2006“, erzählt Freiesleben auf dem Weg zur Bar. Mit einem Bier und einem heißen Kakao stoßen Grosser und Freiesleben auf einen gelungenen Golf-Tag an.

Mitgliedschaft im Golfclub

Golfclub bietet Schnupperkurse an

  • Eine Mitgliedschaft ist ab 45 Euro monatlich möglich.
  • In der Sommersaison bietet der Club von April bis September jeden Monat Schnupperkurse für alle Interessierten an, die den Golfsport kennenlernen möchten.
  • Golfschläger und Bälle werden dabei gestellt, das „Schnuppern“ wird von den Golftrainern des Clubs geleitet.
  • Die Teilnehmer können erste Schwünge lernen und die eine oder andere Bahn spielen.
  • Mitgebracht werden müssen bequeme Kleidung und flache Schuhe.
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