Knebel und Sträter im Kalender, aber die Veranstaltungs-Krise dauert an

hzEuropahalle und Stadthalle

Hallen-Chef Peter Breuer malt ein düsteres Zukunftsbild. Wegen Corona liegt die Veranstaltungsbranche am Boden. Und die Aussichten für 2021 seien nicht besser, fürchtet der Geschäftsführer.

Castrop-Rauxel

, 03.10.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Forum GmbH hat mit Europahalle und Stadthalle in der Corona-Pandemie massive Verluste eingefahren. Keine Comedy, keine Messen, keine Feiern: Damit ist das Geschäftsmodell der GmbH, die zu zwei Dritteln der Stadt und zu einem Drittel der Sparkasse Vest gehört, komplett hinfällig.

Über 1,2 Millionen Euro muss die Stadt der Forum GmbH zuschießen, obwohl Geschäftsführer Peter Breuer versucht hat, auf der Kostenseite einzusparen, wo es nur geht. So ist das Personal seit Monaten in Kurzarbeit. „Das mit den Finanzen ist bitter, aber wir sind nun mal eine Stadt-Tochter. Und da muss die Mutter Stadt in die Verantwortung. Wir haben uns die Situation wirklich nicht ausgesucht“, so Breuer zur aktuellen Situation.

Corona-Verordnungen bleiben bestehen

Und der langjährige Forum-Chef zeigt sich alles andere als optimistisch, dass sich an dieser Situation im Jahr 2021 viel ändern könnte. „Bei der Runde von Merkel und den Ministerpräsidenten ist an den Verordnungen, die uns betreffen, nichts geändert worden, alle Einschränkungen haben also weiter Bestand“, so Breuer.

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Und so sieht er für die kommenden Monate keine wirtschaftlichen Verbesserungsmöglichkeiten aufscheinen. Die Veranstaltungsagenturen hätten zwar alle Termine erst einmal nur nach hinten ins Jahr 2021 verschoben, Breuer glaubt aber nicht daran, dass sich dann wirklich etwas ändern wird. „Und das glauben meine Kollegen von anderen Hallen auch nicht, mit denen ich ständig im Austausch bin“, berichtet Breuer.

Peter Breuer ist Geschäftsführer der Forum GmbH. Er sieht keine Ende der Krise für die Veranstaltungsbranche.

Peter Breuer ist Geschäftsführer der Forum GmbH. Er sieht keine Ende der Krise für die Veranstaltungsbranche. © Volker Engel

Was im Endeffekt bedeuten würde, dass die GmbH auch 2021 finanziell wieder da landen würde, wo sie jetzt gelandet ist: tief in den roten Zahlen. „Wir haben jetzt ja wieder ein bisschen Messegeschäft und kleinere Veranstaltungen, aber die großen Frequenzbringer sind einfach nicht absehbar“, erzählt der Geschäftsführer.

Zwar findet man im Forum-Veranstaltungskalender für 2021 solch zugkräftige Namen wie Herbert Knebels Affentheater (5. Februar) oder Torsten Sträter (13. März), dass die Auftritte aber tatsächlich stattfinden, ist mehr als fraglich. Und auch die Kunden glauben offenbar nicht daran.

„Der Ticketverkauf läuft eigentlich gar nicht“

„Der Ticketverkauf läuft eigentlich gar nicht“, so Peter Breuer, „ist ja auch verständlich: Die Leute sind da sehr sensibel geworden.“ Das Geschäft draußen im Parkbad Süd, wo man mit der Gastronomie-Betreiberin die „Sommerbühne“ betrieb, auf der etwa Jochen Malmsheimer, Frank Goosen, Fred Ape oder Seven Cent aufgetreten sind, sei gegangen. Aber eben im überschaubaren Einnahmen-Rahmen. Für Indoor-Termine hielten sich Kartenkäufer aber komplett zurück.

Da jetzt auch wieder in Castrop-Rauxel und darüber hinaus die Infektionszahlen steigen, kann Peter Breuer keinen Hoffnungsschimmer für ein nahes Ende der geschäftlichen Depression erkennen. Es könnte also tatsächlich passieren, dass die Stadt Castrop-Rauxel auch im kommenden Jahr zur Stützung der Stadttochter wieder tief in die Stadtkasse greifen muss.

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Die Mitarbeiter der Forum GmbH bleiben auf jeden Fall weiter in Kurzarbeit, um den Zuschussbedarf wenigstens etwas im Rahmen zu halten. Ansonsten nimmt man am Stadtmittelpunkt die Einnahmen der kleinen Messen und Ausstellungen wie der Filmbörse am Samstag (3.10.) oder den Modellbahntagen am Samstag und Sonntag (3./4.10. von 11 bis 17 Uhr) mit, hat auch kleinere Seminare im Buchungsplan.

Aber auf den ganz großen Wurf wartet Peter Breuer gemeinsam mit der gesamten Veranstaltungsbranche. „Wenn da 2021 tatsächlich doch wieder etwas klappen könnte, würden wir uns natürlich total freuen. Glauben tue ich daran im Moment aber nicht“, so Peter Breuers düsterer Zukunftsblick.

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