Umweltzone: Mehr Fragen als Fakten

CASTROP-RAUXEL Auch wenn seit Dienstag bereits der zweite Entwurf für den Teilplan Ruhrgebiet Nord im Luftreinhalteplan Ruhrgebiet vorliegt - noch ist da längst nicht das letzte Wort gesprochen und es gibt weitaus mehr Fragezeichen als Fakten.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 30.01.2008, 20:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Umweltzone: Mehr Fragen als Fakten

Die Umweltzone: teilt Castrop-Rauxel in zwei Hälften.

Das wurde Dienstag im Umweltausschuss deutlich, in dem Horst-Werner Wolter vom zuständigen Dezernat der Bezirksregierung Münster sich mühte, eine klare Linie zu finden. Oberste Richtschnur ist die EU-Gesetzgebung zur Luftqualität, das ist Fakt. Dass die Umweltzone als Teil-Maßnahme des Luftreinhalteplans kommt, gilt als sicher.Umweltzone teilt Stadt in zwei Hälften

Warum sie unsere Stadt allerdings in zwei Hälften teilt, ist schwerlich nachvollziehbar, das machten vor allem Daniel Molloisch (SPD) und Josef Berkel (CDU) deutlich. Zumal es bis auf zwei Ausnahmen im Zusammenhang mit Rütgers keine Messungen vor Ort gab, lediglich Computer-Simulationen und so genannte Ampelkarten (Zählwerte des Kfz-Verkehrs) herangezogen wurden. „Uns ist das Ding jetzt erst übergestülpt worden“, erklärte Wolter, der zudem darauf hinwies, dass vernünftige Messungen drei Jahre dauerten und das Land gerade mal über 20 Messcontainer verfüge.

Besonders BUND-Vertreter Dr. Thomas Krämerkämper übte harsche Kritik an der schlappen Umsetzung der seit 1999 geltenden EU-Richtlinie. Krämerkämper: „Einige von uns werden einfach sterben an Feinstaubbelastung, das sind keine Peanuts“. Mangelnde Kapazitäten bei der Bezirksregierung ließ Krämerkämper nicht gelten. „Diese Bezirksregierung genehmigt vier neue Steinkohlekraftwerke, die weitere Emissionen bringen.“

 "Bereich südlich der A 2" Wolter, der ausschließlich auf die Umweltzone abhob und auf andere Maßnahmen zur Verbesserung der Luft nicht explizit einging, musste zugeben, dass bei den zu erwartenden Ausnahmegenehmigungen für Gewerbetreibende und die Aussparung der Autobahnen man nicht wisse, ob diese Zone überhaupt etwas bewirke. Nach dem gegenwärtigen Stand bekämen von 35 999 PKW in unserer Stadt lediglich 536 gar keine Plakette, bei 1561 Bussen, LKW und Nutzfahrzeugen wären es 176 „ohne“.

Daniel Molloisch betonte, dass überhaupt nicht nachvollziehbar sei, warum Ickern und Teile von Habinghorst aus der Umweltzone ausgespart werden sollten. Zumal sie nur Sinn mache, wenn sie Anschluss an Dortmund und Herne fände. Molloisch: „Es wäre einfacher zu erklären, wenn man den Bereich südlich der A 2 nähme.“

Lesen Sie jetzt