Zwei Unternehmen in Castrop-Rauxel sind per App gegen Lebensmittelverschwendung aktiv

hzLebensmittelverschwendung

Die App „Too good to go“ hat sich den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung auf die Fahne geschrieben. In Castrop-Rauxel machen zwei Unternehmen mit - und haben nur positive Erfahrungen.

Castrop-Rauxel

, 11.06.2019, 16:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis 2030 möchte die Bundesregierung die Lebensmittelverschwendung in Deutschland um die Hälfte reduzieren. Eine App, die genau hier ansetzt ist „Too good to go“ (Deutsch: Zu gut zum Wegwerfen). In Castrop-Rauxel ist das aber noch nicht so richtig angekommen.

Bei Too good to go sind mit dem Real-Markt an der Siemensstraße in Habinghorst und seit vergangener Woche mit der Bäckerei Brinker in mehreren Filialen nur zwei Unternehmen registriert.

Die App bietet Restaurants, Bäckereien, Imbissbuden und Supermärkten die Möglichkeit, überproduzierte Lebensmittel und Speisen zu einem reduziertem Preis anzubieten. Die Kunden kaufen die Ware per Klick in der App und holen sie während der Öffnungszeit ab. Das Unternehmen nimmt noch einen kleinen Obolus ein und die Kunden bekommen die Artikel deutlich günstiger.

Ware, die nicht mehr verkaufs- aber noch verzehrfähig ist


Brinker und Real machen bisher ausnahmslos positive Erfahrungen, sagen sie. „Das Angebot wird sehr gut angenommen. In der Regel sind die Pakete schnell ausverkauft“, sagt Real-Geschäftsleiter Dominik Trieba auf Anfrage. Obst und Gemüse sowie Backwaren sind bei der Supermarkt-Kette über die App zu erwerben und ab 16 Uhr abzuholen.

Zwei Unternehmen in Castrop-Rauxel sind per App gegen Lebensmittelverschwendung aktiv

Der Real-Markt war das erste Geschäft in Castrop-Rauxel, das bei Too good to go registriert war. © Jens Lukas

Dabei handelt es sich um Ware, die zwar nicht mehr verkaufsfähig, aber noch verzehrfähig ist. Im Schnitt werden fünf Pakete am Vorabend eingestellt, der Warenwert der Produkte übersteigt den Verkaufspreis um das Dreifache. „Je nach Überschuss können wir reagieren und das Angebot nach oben oder unten fahren. Wir sind mit Obst und Gemüse gestartet und stehen auch in den Startlöchern, den Backshop anzuschließen“, so Trieba.

Brinker ist ganz frisch bei Too good to go registriert


Dadurch könne es zwar schon einmal vorkommen, dass die Castroper Tafel in dem Bereich mal etwas weniger bekommt, allerdings bekommt sie auch viele andere Produkte vom Supermarkt, wie etwa Joghurt. Der Kontakt sei sehr gut, so Triebe.

Das sieht auch Joanna Jost, Verkaufsleiterin bei Brinker so. „Wir haben weiterhin Sachen, die zurück zur Tafel gehen“, so Jost.

Zwei Unternehmen in Castrop-Rauxel sind per App gegen Lebensmittelverschwendung aktiv

Bei Brinker können zum Beispiel Brötchen in der Überraschungstüte landen. © Thomas Schroeter

Das Unternehmen Brinker ist ganz frisch bei Too good to go registriert. „Nachdem wir von Too good to go gehört haben, sind wir erst einmal auf eine Veranstaltung gegangen, um mehr darüber zu erfahren. Dann war klar, dass wir mitmachen müssen. Einfach, um auch die Lebensmittel, die übrig bleiben, unseren Kunden zur Verfügung zu stellen“, sagt Jost.

Von der Rückmeldung ist sie bisher absolut überrascht. „Das Angebot wurde vom ersten Tag an positiv aufgenommen. Sowohl die Mitarbeiter als auch die Kunden finden es toll, dass wir mitmachen.“ Bei Brinker gibt es eine Überraschungstüte für 3,90 Euro im Wert von 10 Euro mit Brötchen, Teilchen, Kuchen – je nachdem, was am Ende des Tages übrig bleibt.

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