Vergewaltigungsprozess: Castrop-Rauxeler Angeklagter (30) sagt, Sex war eingelöste Wettschuld

Nach Disko-Nacht

Im Vergewaltigungs-Prozess gegen einen Castrop-Rauxeler ist die Schweigemauer durchbrochen. Der Angeklagte gab Sex mit einer Disko-Bekanntschaft zu – ist sich aber keiner Schuld bewusst.

Castrop-Rauxel, Bochum

, 02.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Vergewaltigungs-Prozess findet am Justizzentrum in Bochum statt.

Der Vergewaltigungs-Prozess findet am Justizzentrum in Bochum statt. © Werner von Brauznschweig

Im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung einer jungen Frau im Anschluss an eine Disko-Nacht hat der Angeklagte aus Castrop-Rauxel am Bochumer Landgericht sexuellen Kontakt zu der Frau zugegeben. Er beteuerte aber, es sei alles einvernehmlich abgelaufen.

Der 30-Jährige und ein Freund hatten die Hertenerin und eine Freundin am 31. März 2019 in einer Disko in Recklinghausen kennengelernt. Auf Initiative des mutmaßlichen Opfers, so der Angeklagte, habe sich die Gruppe schließlich mit einem Shuttle-Taxi zur Wohnung der Frau nach Herten chauffieren lassen.

Dort angekommen, habe bereits nach wenigen Minuten die knisternde Frage im Raum gestanden: Und was machen wir jetzt? Während sein Freund sich mit der anderen jungen Frau bereits eng umschlungen zurückgezogen habe, habe er der Wohnungsinhaberin seinen Wunsch nach einer gewonnenen Wette (eine Flasche Bier „exen“) mitgeteilt.

„Ich habe ihr gesagt, ich wünsche mir, dass wir jetzt rüber ins Schlafzimmer gehen“, erinnerte sich der Angeklagte. Darauhin sei es auch zum Sex gekommen. Der Angeklagte beteuerte: „Aber völlig ohne jeden Streit oder Gewalt.“

Laut Anklage soll der 30-Jährige im Schlafzimmer dagegen ein „Nein“ der Frau ignoriert und sie vergewaltigt haben. Weil der Castrop-Rauxeler massiv vorbestraft ist, droht ihm im Falle einer Verurteilung eine empfindliche Haftstrafe.

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