Gibt nicht auf: Der angeklagte Kampfsporttrainer neben seinem Verteidiger Peter Strüwe © Werner von Braunschweig
Kampfsporttrainer

Vergewaltigungsprozess: Angriff auf Glaubwürdigkeit des Opfers

Vor knapp 30 Jahren soll ein Kampfsportler aus Castrop-Rauxel in seiner damaligen Dortmunder Wohnung eine Schülerin vergewaltigt haben. Jetzt hat er zum Gegenschlag ausgeholt.

Im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung einer Kampfsport-Schülerin vor knapp 30 Jahren hat die Verteidigung am Donnerstag (25.6.) noch einmal zu einem Gegenschlag ausgeholt. Sie fordert ein neues Glaubwürdigkeits-Gutachten und eine psychiatrische Untersuchung der Zeugin.

Es gebe Hinweise auf eine Borderline-Störung, hieß es im Prozess am Bochumer Landgericht. Dem müsse nachgegangen werden. So sei bei Internet-Recherchen festgestellt worden, dass die heute 44-jährige Frau Phantasie und Realität verschwimmen lasse und sich selbst als „Sternenkind“ bezeichne.

Außerdem glaube sie, dass mit Pendeln Krankheiten geheilt werden können. Auch bei Zeitangaben seien ihr Fehler unterlaufen. „Sie ist offenbar bereit, Daten zu erfinden, um ihre Aussage maximal glaubhaft aussehen zu lassen“, hieß es in dem Beweisantrag der Verteidiger.

Ob die Richter tatsächlich neue Gutachten einholen werden, ist unklar. Dem angeklagten Kampfsporttrainer wird vorgeworfen, seine Ex-Schülerin in der Umkleide und in seiner damaligen Dortmunder Wohnung vergewaltigt zu haben.

Er selbst schweigt zu den Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuletzt signalisiert, dass der 59-Jährige aus ihrer Sicht auf jeden Fall mit einer Verurteilung rechnen müsse. Genau das will der Angeklagte auf keinen Fall akzeptieren. Der Prozess wird Mitte Juli fortgesetzt.

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