Verkauf von Real beschlossen – Mitarbeiter in Castrop-Rauxel streiken am Freitag

hzVerkauf der Supermarktkette

Der Metro-Konzern und ein Investoren-Konsortium haben sich über den Verkauf der SB-Warenhauskette Real geeinigt. An der Siemensstraße kämpft man weiter ums Überleben des Standorts.

Castrop-Rauxel, Habinghorst

, 13.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Metro AG hat sich mit einem Investoren-Konsortium aus SCP Group und X-Bricks über den Verkauf der SB-Warenhauskette Real geeinigt. Das teilte der Metro-Konzern in der Nacht zu Dienstag (11.2.) in einer Ad-hoc-Meldung mit. Eine Entscheidung über den Markt an der Habinghorster Siemensstraße ist damit noch nicht gefallen. Am Freitag (14.2.) streiken die Mitarbeiter.

Auch die Castrop-Rauxeler Real-Beschäftigten erfuhren über den Abschluss der Verhandlungen durch ein Schreiben des Metro-Vorstandsvorsitzenden Olaf Koch. „Die Übernahme war die letzten Monate abzusehen“, kommentiert Desirée Simon die jüngste Entwicklung im Gespräch mit der Redaktion.

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Simon ist Betriebsrätin im Castrop-Rauxeler Warenhaus an der Siemensstraße. „Im Grunde genommen wurde der alte Kakao noch mal aufgewärmt“, sagt sie. „Trotzdem wissen wir nicht, wie es mit uns weitergeht.“

Käufer will maximal 30 Standorte schließen

Der Metro-Vorstandsvorsitzende Koch weist zwar darauf hin, dass die Übernahme noch durch den Aufsichtsrat und kartellrechtlich von der EU-Kommission genehmigt werden muss. Gleichzeitig teilt er in seinem Brief aber Eckpunkte der Kauf-Vereinbarung mit.

Die Zukunft des Habinghorster Marktes bleibt dabei weiterhin offen. „Die SCP Group geht davon aus, dass die Zahl der zu schließenden Standorte unter 30 liegen wird“, schreibt Koch an die Mitarbeiter. Diese Zahl liegt damit unter der zuletzt genannten Zahl von 40 oder 50 Märkten, denen eine Schließung drohen sollte.

„Ein Kern von mindestens 50 Real-Märkten wird für mindestens 24 Monate vom Käufer weiterbetrieben“, erklärt der Metro-Vorstandschef. „Die Mitarbeiter an diesen Standorten werden zu den für sie jeweils gültigen Tarifen weiterbeschäftigt.“ In der Konsequenz heißt das: Die anderen der insgesamt 277 Real-Märkte sollen weiterverkauft – oder eben geschlossen – werden.

Mitarbeiter kämpfen weiter

„Jetzt ist es an uns, dass wir uns zeigen und an die Öffentlichkeit treten“, erklärt Desirée Simon. Bereits im Dezember hatte sie mit Kolleginnen und Kollegen mit der Aktion „Wir sind keine Restposten“ auf ihre prekäre Situation aufmerksam gemacht.

Verkauf von Real beschlossen – Mitarbeiter in Castrop-Rauxel streiken am Freitag

Desiree Simon (Betriebsrätin und Angestellte des Marktes) kämpft für das Schicksal der Real-Angestellten und ihrer Familien. Im Dezember 2019 initiierte der Betriebsrat auf dem Parkplatz an der Siemensstraße eine Protestaktion. © Janine Jähnichen

30 Mitarbeiter des Castrop-Rauxeler Marktes treten am Freitag in einen Streik, kündigt Simon an. Bei einer zentralen Kundgebung in Düsseldorf erwarten die Betriebsräte mehr als 1000 Teilnehmer.

„Das ist die letzte Möglichkeit für uns, öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen“, betont die Gewerkschafterin. „Wir hoffen, dass die Politik auf uns aufmerksam wird und uns helfen kann.“ Konkret hofft sie, dass Politiker sich beim Weiterverkauf einzelner Märkte einschalten und „Auflagen erlassen, um Arbeitsplätze zu sichern“.

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