Video: So entsteht in Castrop-Rauxel "Emscherbräu"

Hobby-Brauer erzählt

In einer Gartenlaube im Castrop-Rauxeler Norden, nur einen Steinwurf von "der schwatten Emscher" entfernt braut Christian Waltereit sein Bier. Und wenn man direkt an der Emscher lebt, liegt es nahe, das eigene Bier "Emscherbräu“ zu nennen. Auch wenn es zur Zeit noch ohne Quellwasser aus dem Fluss hergestellt wird.

CASTROP-RAUXEL

, 27.05.2017, 06:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christian Waltereit (mit Brille) und Kai Veldkamp beim Brauvorgang der hauseigenen Marke „Emscherbräu.

Christian Waltereit (mit Brille) und Kai Veldkamp beim Brauvorgang der hauseigenen Marke „Emscherbräu.

Seit 2009 lebt Christian Waltereit in Castrop-Rauxel, mit Ehefrau Melanie und drei Kindern. 2011 war der Entschluss in ihm gereift, sein eigenes Bier zu brauen. „Der Name des Flusses gehörte dabei zum Grundgedanken“, sagt Waltereit, „diesem Namen wollte ich etwas Positives geben.“

Seitdem der 41-Jährige seinen ersten Maischbottich aufgesetzt hat, feilt er immer wieder am Rezept. Inzwischen zeichnet er Zutatenmengen und ihre Kochzeiten in einem Ordner auf. Rund acht Stunden braucht es, bis die Stoffe aus Gerstenmalz und Hopfen gelöst sind. Mit seiner aktuellen Ausrüstung kommen dabei bis zu 40 Liter heraus. Bis zum verzehrfertigen Getränk braucht es jedoch mehrere Wochen.

"Würde gerne mit mal Quellwasser aus der Emscher brauen"

Daher präsentiert Waltereit eine Probe des letzten Brau-Ergebnisses. Recht dunkel kommt das „Emscherbräu“ daher, sehr süffig, vielleicht etwas zu süß für den Massenmarkt. Doch da will Waltereit gar nicht hin. „Ich habe mit verschiedenen kleinen Brauereien gesprochen, ob man da mein Emscherbräu produzieren könnte“, erklärt er.

Viel wichtiger sei ihm aber, sein Bier noch authentischer zu gestalten. „Ich würde gerne mal mit Quellwasser aus der Emscher brauen, das gehörte eigentlich auch zum Grundgedanken“, so der 41-Jährige. „Mit den zuständigen Stellen bin ich aber noch nicht in Kontakt getreten.“ Bis dahin bleibt es wohl zunächst beim Leitungswasser als Grundzutat.

Bereits 2014 hat sich Waltereit „Emscherbräu“ als offiziellen Markennamen eintragen lassen. „Ich bin eines Morgens aufgestanden und dachte, das machst du jetzt einfach“, schildert er. Viermal im Jahr kommt Waltereit dazu, seine Maischbottiche zu befüllen. Öfter bleibt neben Vollzeitjob und Familie keine Zeit für sein leckeres Hobby.

Über Café "Hof Emscher" ins Gespräch gekommen

Mit seinem Bier-Projekt nun an die Öffentlichkeit zu gehen, dazu hatte ihn vor Kurzem ein Bericht in unserer Redaktion bewogen. Im April stellten wir das Café „Hof Emscher“ vor. Paul Brogt, wie Waltereit engagiert im Verein „Menschen an der Emscher“, hatte damals ein Bier namens Emscherbräu ins Gespräch gebracht.

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So braut Christian Waltereit "Emscherbräu"

Seit 2011 braut Christian Waltereit sein eigenes Bier in seiner Gartenlaube im Norden von Castrop-Rauxel. Den Namen "Emscherbräu" wählte er auch, um dem Fluss etwas positives zu geben. Bisher stellt er das Bier aber noch mit Leitungswasser her.
17.05.2017
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Christian Waltereit (mit Brille) und Kai Veldkamp beim Brauvorgang der hauseigenen Marke „Emscherbräu.© Foto: Christian Püls
Christian Waltereit (mit Brille) und Kai Veldkamp beim Brauvorgang der hauseigenen Marke „Emscherbräu.© Foto: Christian Püls
Christian Waltereit beim Brauvorgang der hauseigenen Marke „Emscherbräu.© Foto: Christian Püls
2014 hat Waltereit sicher den Markennamen "Emscherbräu" eintragen lassen© Foto: Christian Püls
Christian Waltereit (mit Brille) und Kai Veldkamp beim Brauvorgang der hauseigenen Marke „Emscherbräu.© Foto: Christian Püls
Christian Waltereit prüft seine Maische während des Brauvorgangs.© Foto: Christian Püls
Christian Waltereit (mit Brille) und Kai Veldkamp beim Brauvorgang der hauseigenen Marke „Emscherbräu.© Foto: Christian Püls
Christian Waltereit prüft seine Maische während des Brauvorgangs.© Foto: Christian Püls
Auch Hopfen darf im Bier nicht fehlen.© Foto: Christian Püls
Bisher wird "Emscherbräu" noch mit Leitungswasser gebraut. In Zukunft träumt Waltereit auch davon einmal Quellwasser der Emscher verwenden zu können.© Foto: Christian Püls
Christian Waltereit (mit Brille) und Kai Veldkamp beim Brauvorgang der hauseigenen Marke „Emscherbräu.© Foto: Christian Püls
Christian Waltereit (mit Brille) und Kai Veldkamp beim Brauvorgang der hauseigenen Marke „Emscherbräu.© Foto: Christian Püls
Christian Waltereit prüft seine Maische während des Brauvorgangs.© Foto: Christian Püls
Nach getaner Arbeit sollte auf jeden Fall "eine Probe gezogen werden".© Foto: Christian Püls
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„Da hat er halt den Vorreiter gemacht, meine Idee ausgeplaudert“, sagt Waltereit, „aber ich hatte die Idee ja bereits ihm gegenüber ausgeplaudert, daher wollte ich nun den Schritt gehen, sie selbst in die Öffentlichkeit zu bringen.“

Brauen für den Eigenbedarf
Cristian Waltereit ist 41 Jahre alt. Der gelernte Wirtschaftsinformatiker arbeitet als Projektleiter bei einem Dortmunder Logistikbetrieb.
200 Liter Bier darf ein Bürger pro Kalenderjahr für den Eigenbedarf brauen. Wird diese Biermenge überschritten, fallen Steuern an.
Wer sein Bier verkaufen will, zahlt ab dem ersten Liter Steuern. Zusätzlich greifen dann strenge Regelungen, betreffend Lebensmittelrecht, Reinigung der Brauanlage und Lagerung des Biers.

 

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