Die Vinckestraße in Ickern war 2013/14 schon einmal eine einzige große Baustelle. Damals gab es viel Ärger wegen der Kosten für die Anlieger. © Fritsch
Erschließungsarbeiten

Vinckestraße wird zur Baustelle: Ärger kommt bei Anliegern wieder hoch

Die Vinckestraße wird zur großen Baustelle. Erschließungsarbeiten für den Kanalbau stehen an. Bei den Anliegern kommen schlechte Erinnerungen hoch. Sie mussten einmal viel Geld zahlen.

Die Vinckestraße in Ickern wird wieder einmal zur Baustelle. Kurz vor der Einmündung zur Recklinghauser Straße wird die Vinckestraße nach Mitteilung der Stadt ab Montag, 12. April, für etwa drei Wochen für den Verkehr voll gesperrt. Eine Umleitung soll ausgeschildert sein.

Der Grund für die Sperrung sind Erschließungsarbeiten im Kanalbau, die voraussichtlich bis Ende April dauern werden. Erschließungsarbeiten? Da kommt vielen Anliegern der Vinckestraße der Ärger wieder hoch, den es dort vor Jahren wegen Straßenausbau-Beiträgen gegeben hatte, die der EUV den Anwohnern in Rechnung stellte.

Die Sanierung und der Ausbau der Vinckestraße in Ickern gelten als eindrucksvolles Beispiel einer Leidensgeschichte, die von viel persönlicher Betroffenheit, finanzieller Not, Protest und schließlich einer Niederlage vor Gericht gekennzeichnet war.

Die Wogen der Erregung schlugen 2013 hoch, als bekannt wurde, wie die Anwohner der einen Kilometer langen Vinckestraße finanziell belastet werden sollten. Hier ging es um eine Größenordnung im fünfstelligen Bereich. Unterm Strich kostete die Vinckestraße 2,76 Millionen Euro. Davon trug die Stadt rund 1,8 Millionen, 900.000 Euro steuerten die Anwohner bei – natürlich nicht freiwillig, sondern vom Gesetz dazu verpflichtet.

Bürgerinitiative gründete sich damals

Eine Bürgerinitiative (BI) gründete sich. Die Straßen würden schließlich von allen genutzt, aber die Eigentümer an den kaputten Straßen seien die Dummen. Die BI plädierte dafür, die Kosten für die Straßensanierung über die Grundsteuer B gerechter zu verteilen. Von Erfolg gekrönt war weder dieser Vorstoß Richtung Stadt noch das Klageverfahren, bei dem der Stadtbetrieb EUV Recht behielt.

Im Dezember 2018 ging der Ärger weiter, denn da verschickte der EUV ein Schreiben an die Anlieger der Ickerner Straße, dass sie jetzt noch für den Ausbau der Grundstückszufahrt und der Bordsteinabsetzung zur Kasse gebeten würden.

2018 gab es dann noch einmal eine Nachforderung des EUV. „Keinesfalls muss da jemand doppelt zahlen“, sagte EUV-Chef Michael Werner damals nach heftigen Protesten der Anlieger.

Laut Gesetz dürften aber die Zufahrten nicht in die Straßenausbaubeiträge hineingerechnet werden. Die Zufahrten fehlten also auch bei der Schlussrechnung. Es handele sich dabei also um Gesetzeslage, nicht etwa um Eigenmächtigkeiten des Stadtbetriebs, so Werner im Jahr 2018.

Freude löste das in Ickern nicht aus. Und so werden die Menschen an der Vinckestraße nun sicherlich hellhörig, wenn die Straße wieder aufgerissen werden muss.

Haltestellen verlegt

  • Wegen der Bauarbeiten entfällt nach Mitteilung von DSW21 auch die Haltestelle „Amselstraße“ ersatzlos. Als Alternative können die Haltestellen „Friedrichstraße“ bzw. „Lerchenstraße“ genutzt werden.
  • Die Haltestelle „Kirchstraße“ (für die Bus-Linie 482 im Abendverkehr sowie für die Nachtexpress-Linie NE11) wird in Richtung Westen in die Nähe des Kreisverkehres verlegt.
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Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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