Coronavirus

Vorzeitige Corona-Impfung: Risikopatienten können Antrag stellen

Ein genehmigter Antrag und ein fachärztliches Attest können für vorerkrankte Menschen die Türöffner für eine vorzeigte Impfung sein. Das Gesundheitsrisiko wird in drei Kategorien eingeteilt.
Kranke Menschen können unter bestimmten Voraussetzungen vorzeitig im Impfzentrum Recklinghausen geimpft werden. Die Terminvergabe läuft aber noch nicht. © dpa

Menschen mit bestimmten Erkrankungen haben ab sofort die Chance, eine vorzeitige Impfberechtigung prüfen zu lassen. Das sieht eine neue Regelung des Landes Nordrhein-Westfalen vor.

Angesprochen sind Bürger, denen bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 ein schwerer oder gar tödlicher Verlauf droht. Damit sie einen Antrag an den Kreis richten können, müssen die betroffene Person ihren Erstwohnsitz im Kreis Recklinghausen haben.

Der Antrag allein reicht aber nicht aus. Benötigt werde auch ein fachärztliches Zeugnis des behandelnden Arztes, so Kreis-Sprecherin Svenja Kuechmeister. Das Attest darf nicht vor dem 8. Februar 2021 ausgestellt worden sein.

Bei der Einzelfallentscheidung wird zwischen einem sehr hohen, hohen oder erhöhtem Gesundheitsrisiko unterschieden. Bei einem positiven Prüfungsergebnis wird mit der Person ein Impftermin im Impfzentrum vereinbart. „Das Vorliegen eines ärztlichen Attests alleine berechtigt nicht zu einem vorzeitigen Impftermin“, betont die Sprecherin in einer Mitteilung.

Regel meint Einzelfallentscheidungen

Darin zitiert Kuechmeister Gesundheitsminister Karl-Josef Laumnn. „Die jetzt festgelegte Regelung bezieht sich eindeutig auf Einzelfallentscheidungen. Das können beispielsweise diejenigen sein, die aufgrund einer unmittelbar anstehenden Chemotherapie ihre Impfberechtigung prüfen lassen wollen.“

Ausgenommen von diesem Verfahren sind ausdrücklich diejenigen chronisch Kranken, die in der Corona-Impfverordnung des Bundes bereits anderweitig genannt werden. Sie müssen keinen Antrag auf Einzelfallentscheidung stellen, weil sie bereits im März ein gesondertes Impfangebot erhalten sollen.

Eine hohe Priorität bei Schutzimpfungen haben etwa Personen nach Organtransplantation, Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression oder Personen mit chronischer Nierenerkrankung.

Eine erhöhte Priorität gilt zum Beispiel bei Personen mit Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen oder rheumatologische Erkrankungen, Personen mit Asthma bronchiale oder chronisch entzündlicher Darmerkrankung.

Hohe Impfbereitschaft im Kreis

Die Impfbereitschaft der in der höchsten Priorität zu impfenden Personen im Kreis Recklinghausen sei erfreulicherweise sehr hoch, so Kuechmeister. „Daher werden auch in den kommenden Tagen zunächst ausschließlich Personen mit Impfberechtigung der höchsten Priorität geimpft.“ Erst daran könnten Personen der Priorität 2 geimpft werden. Dazu gehörten auch die Bürger, die im Zuge der oben genannten Einzelfallprüfung berücksichtigt werden.

Antrag können per Post an die Kreisverwaltung geschickt werden oder per Mail an prioimpfung@kreis-re.de

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