Warnstreik: Jobcenter-Mitarbeiterin erklärt ihre Tarif-Forderungen

hzEuropaplatz

Sie wollen 4,8 Prozent mehr Gehalt und fordern Wertschätzung. Darum sind Beschäftigte der Stadtverwaltung und des EUV sowie einiger Kitas in Castrop-Rauxel Donnerstag in den Warnstreik getreten.

Castrop-Rauxel

, 24.09.2020, 07:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 110 Beschäftige aus Kitas, dem EUV und der Stadtverwaltung haben am Donnerstagmorgen auf dem Europaplatz an einer Kundgebung teilgenommen: Sie wollen darauf hinweisen, dass sie sich nicht genug wertgeschätzt fühlen. Die Gewerkschaften fordern unter anderem 4,8 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Der Verband der Arbeitgeber ist derzeit nicht dazu bereit, die Forderung zu akzeptieren.

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110 Beschäftigte bei Warnstreik am Rathaus

Zum Warnstreik hatten die Gewerkschaften für Donnerstag in Castrop-Rauxel aufgerufen. 110 Beschäftigte aus dem Rathaus, vom EUV und aus einigen städtischen Kindertagesstätten folgen dem Aufruf. Bürgermeister Kravanja sprach zu den Streikenden.
24.09.2020
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110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftige des öffentlichen Dienstes kamen auf dem Europaplatz zusammen, um für mehr Gehalt zu demonstrieren.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock
110 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik auf dem Europaplatz Teil.© Tobias Weckenbrock

Eine der Streikenden ist Claudia Groß. Seit 2006 arbeitet sie im Jobcenter im Castrop-Rauxeler Rathaus. „Wir haben es verdient, ein paar Euro mehr zu bekommen“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. In der Coronazeit sei weniger Publikum gekommen, aber die Zahl der Anträge habe sich durch Aufstocker in Kurzarbeit und Solo-Selbstständige erhöht. „Wir sind bemüht, dass die Leute ihr Geld bekommen, denn wir sind für sie die letzten in der Kette“, meint Claudia Groß. Das müsse man nun honorieren.

„Ein Schlag ins Gesicht“

Bürgermeister Rajko Kravanja, der zu den Streikenden herauskam, sagte, es gehe nicht, wie sich der Arbeitgeberverband verhalte: „Gerade vor dem Hintergrund, was wir, was Sie geleistet haben in der letzten Zeit, ist das ein Schlag ins Gesicht“, so der Bürgermeister. Diese Leistung zu negieren mit der Aussage, dass die Angestellten und Beamten doch froh sein sollten, dass sie einen sicheren Job haben, „ist eine Frechheit“.

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Rajko Kravanja spricht zu den Streikenden

Ein Arbeitskampf werde auf der Straße geführt, das wisse der Arbeitgeberverband. Also in der Öffentlichkeit. Vor dem Hintergrund der Anforderungen der Coronakrise sei das perfide: So werde die Verantwortung für einen Streik öffentlich auf die Schultern der Beschäftigten geschoben. Ohne das „Konstrukt TVÖD“ sei vieles nicht leistbar. „Darum ist es richtig, jetzt auf die Straße zu gehen. Es ist schwierig, aber es muss sein – und ein Streik ohne Auswirkungen ist kein Streik“, so Kravanja.

110 Beschäftige des öffentlichen Dienstes kamen auf dem Europaplatz zusammen, um für mehr Gehalt zu demonstrieren.

110 Beschäftige des öffentlichen Dienstes kamen auf dem Europaplatz zusammen, um für mehr Gehalt zu demonstrieren. © Tobias Weckenbrock

Verdi-Gewerkschaftssekretärin Ramona Wolf sagte zu den 110 Beschäftigten, dass allein eine Beschäftigungsgarantie der Wertschätzung nicht genug sei. „Eine Gehaltserhöhung ist das Mindeste“, sagte sie. Dann rief sie dazu auf, eine Menschenkette zu bilden. Diese reichte von einem zum anderen Ende des Europaplatzes, also von Stadthalle bis Bahnhofstraße.

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Verdi-Sekretärin Wolf spricht zu den Streikenden

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Im öffentlichen Dienst in Deutschland beim Bund und bei den Kommunen arbeiten laut Gewerkschafts-Angaben 2,3 Millionen Menschen. In den aktuell laufenden Tarifverhandlungen fordern die Gewerkschaften eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens 150 Euro pro Monat. Die Bezahlung von Azubis und Praktikanten soll um 100 Euro angehoben werden.

Der Arbeitgeber-Verband hat bisher noch kein Gegenangebot vorgelegt. Bis zur dritten Verhandlungsrunde am 22. und 23. Oktober soll sich das aber ändern.

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Die Gewerkschaften Verdi und GEW haben zu Warnstreiks in der Region aufgerufen. In dieser Woche sollen auch in Castrop-Rauxel Arbeitnehmer in den Ausstand treten. Von Tobias Weckenbrock

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