Stadt ändert Planung fürs Emscherland: Wartburginsel wird von Grünfläche zur Baufläche

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Es hört sich abstrakt an, wird aber große Bedeutung für die Wartburginsel haben: Castrop-Rauxel will den Flächennutzungsplan ändern. Aus der „Grünfläche“ Wartburginsel wird eine „Baufläche“.

Henrichenburg

, 02.01.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Planbereich „Emscherland / Wasserkreuz“ liegt an der Stadtgrenze zu Recklinghausen im Bereich des Durchlasses der Emscher unter dem Rhein-Herne-Kanal. Er erstreckt sich über die Ortsteile Habinghorst und Henrichenburg.

Der Bereich war von der Stadt Castrop-Rauxel im März 2019 fürs Emscherland 2020 im bestehenden Flächennutzungsplan für die gemeinsamen Planungen von Emschergenossenschaft und den Städten Castrop-Rauxel, Recklinghausen, Herne und Herten markiert worden.

Ziele der Stadtplanung werden festgelegt

In einem Flächennutzungsplan werden grundsätzliche Ziele der Stadtplanung festgelegt. Es können Flächen als Freiraum, Wohnraum, Wald, Gewerbefläche etc. festgeschrieben werden. Auf Grundlage dieser verbindlichen Festlegungen können dann weitere Entwicklungen etwa durch Bebauungspläne konkretisiert werden.

Im aktuellen Flächennutzungsplan ist der Bereich zwischen dem Gewerbegebiet Henrichenburg und der Stadtgrenze zu Recklinghausen als Fläche für die Landwirtschaft dargestellt. Ein Teil der Fläche nördlich der Autobahn ist für Wald reserviert. Die Wartburginsel ist als reine Grünfläche kategorisiert.

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Da in diesem Bereich für das Emscherland-Projekt bekanntlich eine große öffentliche Parkanlage geplant ist, der sogenannte Natur- und Wasser-Erlebnis-Park, die Emscher-Terrassen mit dem Weinberg und die neue Brücke „Sprung über die Emscher“, könnte das mit den bestehenden Festsetzungen nicht geschehen. Folge: Die Festsetzungen im Flächennutzungsplan müssen geändert werden.

Denn für die Umsetzung der Emscherland-Projekte muss die vorgesehene Fläche als private Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Parkanlage“ ausgewiesen werden. Erst dann kann der konkrete Bebauungsplan Nr. 256 „Emscherland / Wasserkreuz“ realisiert werden.

Öffentliche Auslegung

  • Der Entwurf der 7. Flächennutzungsplan-Änderung liegt vom 6. Januar bis 10. Februar im Bereich Stadtplanung und Bauordnung im Rathaus der Stadt Castrop-Rauxel, Europaplatz 1, Eingang B, 3. Etage, öffentlich aus.
  • Im Rathaus ist es dann auch möglich, Auskunft über den Inhalt der Planung zu erhalten, Anregungen und Bedenken vorzubringen und diese mit den im Planaushang benannten Ansprechpartnern zu erörtern.

Im Vergleich zum Stand im März 2019 hat sich der räumliche Geltungsbereich nach der Konkretisierung der Emscherland-Planung verändert. Die Teilfläche südöstlich des Rhein-Herne-Kanals zwischen Emscher und Wartburgstraße ist nicht mehr Gegenstand des Änderungsverfahrens. Ein Areal, das von der Autobahn A 2, der Wartburgstraße und der Suderwicher Straße umschlossen wird, ist dagegen neu in die Planung aufgenommen worden. Zudem sei inzwischen die Ausdehnung der Emscher-Terrassen verringert worden. Der Änderungsbereich wurde dementsprechend verkleinert.

Standort für Freizeit und Sport soll gesichert werden

Eine Besonderheit stellt dabei die Wartburginsel dar: Denn der aufzustellende Bebauungsplan soll auch der Sicherung der Wartburginsel als Standort für Freizeit und Sportaktivitäten dienen. Darum müsse die Festsetzung hier von Grünfläche in Baufläche geändert werden, so argumentiert die Stadt.

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