Warum der City Tree am Hauptbahnhof in Rauxel doch stehen bleiben soll

hzCity Tree

Er hat eine Menge Staub aufgewirbelt, der City Tree am Hauptbahnhof. Ob er wirklich Schadstoffe umwandelt oder schluckt, ist nicht sicher. Nun gibt es eine Entscheidung über seine Zukunft.

Rauxel

, 12.11.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jede Menge Staub aufgewirbelt hat er auf jeden Fall, der City Tree, der seit gut zwei Jahren am Rand des Berliner Platzes vor dem Hauptbahnhof in Rauxel steht. Ob er tatsächlich auch Staub in der erhofften Menge geschluckt hat, das steht in den Sternen.

Aber der Reihe nach: Der City Tree, gesponsert von den Stadtwerken Castrop-Rauxel, war auf ausdrücklichen Wunsch der Politik genau an diesen Standort „gepflanzt“ worden, um mitzuhelfen, die Luft in Rauxel an der viel befahrenen Bahnhofstraße ein bisschen besser zu machen.

Mit dem Aufstellen Ende August 2017 war die Hoffnung verbunden, dieser City Tree eines seinerzeit jungen Startups in Berlin - Green City Solutions - könnte so viel leisten wie 275 Stadtbäume. Also genauso so viel Kohlendioxid in Sauerstoff umwandeln, Feinstaub und Stickoxide aufnehmen und die Umgebungsluft ein bisschen kühlen.

Der City Tree schwächelte schon früh

Relativ schnell zeigte sich aber, dass der City Tree schwächelte, das Moos wies große braune Verfärbungen auf, alleine die Dickblattgewächse auf dem Moos präsentierten sich immer mal wieder in sattem Grün. Aus der Bürgerschaft gab es ebenso Nachfragen zur Wirkung des City Trees wie auch aus der Politik, in der das Thema mehrfach im Umweltausschuss auftauchte.

Im Sommer 2018 gab es einen Vor-Ort-Termin mit Jens Langensiepen, dem Geschäftsführer der Stadtwerke, einem führenden Mitarbeiter von Green City Solutions und der Umweltausschussvorsitzenden Notburga Henke (Grüne).

Es sei alles in Ordnung, hieß es von der Firma, der City Tree funktioniere - und es gab die Vereinbarung, dem Projekt mit mehr Zeit eine weitere Chance einzuräumen. Das hat auch der Beirat der Stadtwerke so beschieden.

Vor der politischen Sommerpause in diesem Jahr gab es dann aber kein Vertun mehr: Das Leben im Moos oder besser des Mooses schien endgültig vorbei. Und das ist essenziell wichtig für die Funktion als Schadstoffschlucker des City Trees.

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Kundenbeirat entschied im Oktober

Stadtwerke-Chef Jens Langensiepen sprach im Juni davon, dass der Beirat, besetzt mit 15 bis 20 Leuten aus Parteien, Bürgervereinen und anderen Institutionen, im Herbst eine Entscheidung treffen werde.

„Der City Tree bleibt“, sagte Langensiepen jetzt auf Anfrage unserer Redaktion. So laute das Ergebnis der Beratung des Kundenbeirats im Oktober. Langensiepen: „Wir sind nicht sicher, ob der City Tree wirklich seinen ursprünglichen Zweck erfüllt, aber er sieht immer noch grün aus.“

Neben der Optik sei auch die Annahme der beiden Bänke ein Plus-Zeichen. Die Entscheidung dafür, mit einem City Tree für ein besseres Klima sorgen zu wollen, halte er nach wie vor für richtig.

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