Mit 2500 Litern Wasser an Bord umgekippt: Beifahrer des Feuerwehrautos dankt Helfern

hzFeuer an der Heinestraße/Ruprechtstraße

Feuerwehrmann Gerd Audehm kam nie beim Brand an der Heinestraße/Ruprechtstraße an. Das Feuerwehrauto kippte auf der Klöcknerstraße um. Audehm schildert, wie er den Unfall erlebt hat.

Castrop-Rauxel

, 18.06.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerd Audehm wollte am Samstag gerade mit seiner Frau einkaufen gehen, als der Notruf einging: Dachstuhlbrand an der Heinestraße/Ruprechtstraße. Der Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Habinghorst fuhr direkt zum Gerätehaus, wo er mit seinen Kollegen in das Feuerwehrauto einstieg. Sirene an und los.

Der Plan war, dass sich sämtliche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren an der Vinckestraße treffen und sich dort sortieren, um von dort zum Brand an der Heinestraße zu fahren und die Hauptamtliche Wache zu unterstützen.

„Wir kamen nicht bis dahin“, erinnert sich Audehm. Hinter dem Kreisverkehr der Klöcknerstraße geriet das Feuerwehrauto auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern. „Die Geschwindigkeit war absolut angemessen“, erklärt der Feuerwehrmann. Rund 50 km/h sei sein Kollege gefahren. Als das Heck hinten rechts ausbrach, verlor er jedoch die Kontrolle über das Fahrzeug. Audehm: „Wir hatten 2500 Liter Löschwasser im Tank, das geriet ins Schwallen.“ Das Auto drehte sich um die eigene Achse, rutsche in den Graben und fiel schließlich auf die rechte Seite.

Mit 2500 Litern Wasser an Bord umgekippt: Beifahrer des Feuerwehrautos dankt Helfern

Gerd Audehm, Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Habinghorst, dankt den Helfern, die sofort nach dem Unfall zur Stelle waren: „Schön, dass uns geholfen wird, wenn wir mal etwas brauchen.“ © Iris Müller

„Der Rad- und Fußweg war zum Glück frei“, sagt Gerd Audehm. Ihm sei ein Stein vom Herzen gefallen, dass sie kein Kind, Hund oder Fahrradfahrer getroffen hatten. Er habe seine drei Kollegen sofort gefragt, ob es ihnen gut geht. „Als alle antworteten, fiel mir der zweite Stein vom Herzen.“ Da lag er nun auf der Seite und setzte über Funk einen Notruf ab. Den konnte niemand einsortieren, schließlich waren alle mit dem Brand an der Heinestraße/Ruprechtstraße beschäftigt.

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Brand in Ickern

Gebrannt hat es am Samstag an der Heinestraße in Ickern. Dabei kam es auch zu einem Unfall auf der Klöcknerstraße.
15.06.2019
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Die Feuerwehr war bis in die Abendstunden vor Ort in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Gegen 17 Uhr fegten die Feuerwehrmänner die kaputten Schindeln mit einem Haken vom Dach.© Abi Schlehenkamp
Die Feuerwehr war bis in die Abendstunden vor Ort in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Eindrücke vom Brand in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Eindrücke vom Brand in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Eindrücke vom Brand in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Eindrücke vom Brand in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Eindrücke vom Brand in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Eindrücke vom Brand in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Dieses Bild entstand von der Ruprechtstraße aus.© Stella Ranft
Bei dem Brand entstand eine starke Rauchentwicklung.© Helmut Kaczmarek
Die Rauchsäule war von weitem sichtbar.© Legrand
Auch das Technische Hilfswerk unterstützte die Feuerwehr.© Abi Schlehenkamp
Ein Feuerwehrmann erklärte Kindern seine Arbeit.© Abi Schlehenkamp
Dieses Feuerwehrfahrzeug war auf dem Weg zum Einsatzort umgekippt und musste wieder aufgerichtet werden.© Helmut Kaczmarek
Dieses Feuerwehrauto war auf dem Weg zum Brandort in Ickern umgekippt.© Helmut Kaczmarek
Im Ladenlokal der Pretty Factory, unweit des Brandhauses, wurden Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen.© Abi Schlehenkamp

„Also habe ich die 112 angerufen“, erklärt Audehm. Noch bevor seine Kollegen und die Polizei eintrafen, waren schon mehrere Ersthelfer zur Stelle. Sie öffneten die Türen, stellten Leitern an und halfen dem Team aus dem Fahrzeug. Sie reichten Getränke, verscheuchten Gaffer und leisteten Erste Hilfe. Einer der Ersthelfer war organisatorischer Leiter des Rettungsdienstes in Oberhausen. Er überprüfte den Blutdruck der Feuerwehrmänner und checkte, ob Verletzungen vorlagen. „Ich möchte den Helfern danken“, betont Audehm. „Es ist schön, dass uns geholfen wird, wenn wir mal was brauchen.“ Die Helfer werden auf jeden Fall zum Familienfest der Freiwilligen Feuerwehr eingeladen, wo ihnen gedankt werden soll.

Der Besatzung ging es den Umständen entsprechend gut. Bis Feuerwehr und Polizei eintrafen erledigten sie die Arbeiten, die sie auch sonst machen, wenn sie zu einem Unfall kommen, beispielsweise Sicherstellen, dass kein Kraftstoff ausläuft.

Letzlich kam die Besatzung ins EvK, wo sie durchgecheckt wurde. Der Fahrer erlitt eine Schulterprellung und auch Gerd Audehm hat jetzt einen Krankenschein: „Ich habe Prellungen an Hand, Knien und Schultern.“ So richtig gemerkt habe er das erst, als er abends zur Ruhe kam. Dem Fahrer macht er übrigens keinen Vorwurf: „Ich habe ihm sofort gesagt, dass das passieren kann und dass es nicht schlimm ist.“

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Helfer bitte melden

Gerd Audehm bittet darum, dass sich der Helfer, dessen Telefonnummer er sich nicht notiert hat, bei ihm meldet, damit er sich bedanken kann. Am besten per E-Mail an Gerd.Audehm@t-online.de
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