WBG-Mensa, Baulücken, Grubenmännchen, Energieberatung: Umweltausschuss entschied

hzLange Sitzung

Drei Stunden streitet der Umweltausschuss in seiner letzten Sitzung vor den Ferien. Bei vielen Themen gibt es aber auch Konsens. Die WBG-Mensa bekommt zum Beispiel neue Türen und Fenster.

Castrop-Rauxel

, 28.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Drei Stunden brauchte der Umweltausschuss in seiner finalen Sitzung vor der Sommerpause am Dienstagabend, um die umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten.

Die Emschergenossenschaft hatte ihre Teilnahme abgesagt. Sie will im September über den Sachstand zum Bachlauf an der Schulstraße berichten. „Gut, dass sie abgesagt haben“, monierte CDU-Ratsherr Josef Berkel, sonst hätte die Sitzung noch länger gedauert. Die Klimaanlage im Ratssaal läuft erst nach anderthalb Stunden an. Das sind sieben von vielen weiteren Pluspunkten der Sitzung:

(1) Die Mensa der Willy-Brandt-Gesamtschule soll neue Fenster mit Wärmeschutzverglasung und neue Türen bekommen. Kostenpunkt: 340.000 Euro, die aus dem Energiefonds fließen sollen. Gerhard Kischkat (CDU) dauert es zu lange, bis die Kosten sich amortisiert haben. SPD-Fraktionschef Daniel Molloisch verweist auf eine Tonne Kohlendioxid hin, die eingespart wird. Der Umweltausschuss sagt Ja dazu - bei einer Enthaltung.

WBG-Mensa, Baulücken, Grubenmännchen, Energieberatung: Umweltausschuss entschied

Die Mensa der Willy-Brandt-Gesamtschule bekommt neue Fenster und Türen. Das kostet 340.000 Euro. © Tobias Weckenbrock

(2) Ein lange Diskussion gibt es zum von den Grünen eingebrachten Baulückenkataster. Prinzipiell herrscht Konsens: So eine Erfassung freier Flächen, die bebaut werden könnten, macht Sinn. Die Frage: Kann die Verwaltung das aufgrund ihrer personellen Ressourcen überhaupt leisten? TBG Heiko Dobrindt: „Das ist sehr personalintensiv, Stand jetzt können wir das nicht zusätzlich.“

Die FDP lehnt schon mal ab, Christoph Grabowski möchte Zahlen im nichtöffentlichen Teil der Sitzung hören. Thomas Krämerkämper, beratend für den BUND im Ausschuss, sagt, es wäre schon viel geholfen, wenn die Stadt offen kommunizieren würde, wo gebaut werden könnte. Planungs- und Bauordnungsamtschef Philipp Röhnert spricht davon, dass sich in den vergangenen zehn Jahren die Hälfte der Baulücken ausgetauscht habe. Der Scheitensberg etwa ist jetzt bebaut, auch wenn noch Reste blieben. Das sei auch bei anderen Baugebieten so.

Im Übrigen, auch das ist klar, ist es immer noch Sache des privaten Eigentümers, ob er etwa auf seinem großen Grundstück bauen möchte oder einen Teil abgibt. Grundstücke von 2000 bis 20.000 Quadratmetern Größe, sagt Röhnert, erfasse die Stadt ohnehin.

Am Ende gibt es grünes Licht für den Antrag bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung.

(3) Zum Thema passt die politisch bereits abgesegnete Wiedereinrichtung eines Umlegungsausschusses. Das steht für nächstes Jahr zur Verwirklichung an und soll helfen, mehr Baugrundstücke im Innenbereich zu generieren.

(4) Die drei städtischen Ampeln mit Grubenmännchen kommen. Wobei es hier ausdrücklich erst in zweiter Sache um die kleine Hommage an den Bergbau geht. Und in erster um den Einsatz modernster LED-Technik und ein Minus von 2,6 Tonnen Kohlendioxid.

WBG-Mensa, Baulücken, Grubenmännchen, Energieberatung: Umweltausschuss entschied

Solche Gruben-Ampelmännchen bekommen die Ampeln in der Altstadt. © dpa

(5) Einstimmig wird über die neue Satzung von baulichen Vorhaben im Außenbereich für den Straßenzug „Im Depot“ abgestimmt. Den Bewohnern wird es damit deutlich einfacher gemacht, dass sie an ihre Häuser anbauen können - wenn die Voraussetzungen stimmen.

(6) Mit 100 Prozent stimmt der Umweltausschuss auch dafür, die Fortführung der Stelle Klimaschutzkoordinatorin auzufinanzieren. Was bedeutet das? Die Stelle ist seit vielen Jahren beim Stadtbetrieb EUV angedockt. Aus dem Energiefonds (das ist der Topf, in den in diesem Jahr das letzte Mal die Konzessionsabgabe mit einer halben Million Euro jährlich fließt) ist sie in der Vergangenheit bezahlt worden. Jetzt geht es konkret um 140.000 Euro, die aus dem Topf genommen werden sollen.

(7) Auch die Energieberatung der Verbraucherberatung wird als unverzichtbar angesehen. Für einen Antrag von SPD, Grünen, FWI, FDP und Linke, diese Beratung über das Jahr 2020 hinaus sicher zustellen, gab es ebenfalls uneingeschränkte Zustimmung.

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