Abellio zeigt wenig Einsicht zum Bus-Chaos: „Versehentlich falsch gehalten“

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Es gab Haltestellen-Chaos vergangenes Wochenende beim Schienenersatzverkehr am Hauptbahnhof in Rauxel: Vertauschte Fahrpläne sorgten für Unmut. Abellio zeigt wenig Einsicht, will aber „lernen“.

Castrop-Rauxel

, 15.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vertauschte Fahrpläne und zumindest zwei schlecht ausgeschilderte Haltestellen: Als der Schienenersatzverkehr (SEV) den Hauptbahnhof Castrop-Rauxel anfuhr, herrschte Samstagnachmittag (8.2.) einiges Chaos am Berliner Platz. Grund für den SEV am gesamten Wochenende waren Bauarbeiten zwischen Dortmund und Herne. Erst eine Woche später bezieht das Bahnunternehmen Abellio Stellung.

Im Falle eines Schienenersatzverkehres erhalte das beauftragte Busunternehmen auch den Auftrag, „die SEV-Beschilderung vor Ort durchzuführen“, schreibt eine Abellio-Sprecherin. „Der Busunternehmer für den SEV auf der Linie RB32 gab an, dass die Schilder in der Bahnhofstraße standen und auch dort gehalten wurde.“

Zumindest gegen 14.40 Uhr war aber genau das nicht der Fall. Der Ersatzverkehr für die Regionalbahn 32 hielt an der Victorstraße. An der Bahnhofstraße fuhr der SEV-Bus für die S-Bahnlinie 2 ab.

Ersatzbusse hielten „versehentlich falsch“

Beide hatten das Ziel Dortmund Hauptbahnhof – allerdings mit extrem unterschiedlichen Fahrzeiten. Die Fahrt mit dem SEV für die RB32 dauerte bei nur einem Zwischenhalt in Dortmund-Mengede 43 Minuten. Der S2-Ersatz fuhr die sechs üblichen Haltepunkte an – Fahrzeit 70 Minuten.

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„Es kann natürlich sein, dass versehentlich falsch gehalten wurde. Dieser Fall ist dem Busunternehmer aber nicht bekannt“, schreibt die Abellio-Sprecherin nun. Gegenüber der Redaktion äußerte ein Fahrgast, dass in der Victorstraße fast eine Stunde kein Ersatzbus gehalten hätte. Der SEV für die RB32 fuhr stündlich, der für die S2 zweimal in der Stunde.

Auf Kritik stießen auch die als solche schlecht erkennbaren Haltestellen in der Victorstraße. Dazu schreibt die Abellio-Sprecherin: „Zwischen den von Ihnen angegebenen Haltepositionen liegen laut Google Maps lediglich 60 Meter, sodass hier nicht von großen Distanzen zu sprechen ist.“

Wendevorgang hätte Fahrgäste verunsichert

Fahrgäste hinterfragten, warum nicht alle Busse an der Bahnhofstraße hielten. Dort „hätte ein Wendevorgang durchgeführt werden müssen, der die Fahrgäste während der Fahrt sehr beunruhigt“, erklärt das Unternehmen. Diesen Wendevorgang nahmen aber die Ersatzbusse für den RE3 vor. Diesen Ersatzverkehr hatte ein Herner Busunternehmen übernommen, den für S2 und RB32 eines aus dem Kreis Jülich.

Der Ersatzverkehr für den RE3 wendete auf der Bahnhofstraße und hielt dann dort vor dem Hauptbahnhof.

Der Ersatzverkehr für den RE3 wendete auf der Bahnhofstraße und hielt dann dort vor dem Hauptbahnhof. © Uwe von Schirp

Von den Fahrern würden keine „spezielle Ortskenntnisse“ oder Kenntnisse zu sonstigen SEV-Verbindungen verlangt, erklärt die Sprecherin. Genau das hatte Unsicherheit und Verwirrung bei den Fahrgästen bestärkt.

Abellio wolle den Busunternehmen die Halte künftig klarer vorgeben. „Das sollte die Situation für die Fahrgäste in der Zukunft zu erleichtern.“

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