Wenn der Hund einen Unfall verursacht, geht es dem Halter an den Geldbeutel

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Der Hund einer 25-jährigen Castrop-Rauxelerin bringt einen Radfahrer zu Fall. Es folgt eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung. Wie können sich Hundehalter davor schützen?

Castrop-Rauxel

, 30.05.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Montag, den 27. Mai, läuft ein Hund einer 25-Jährigen aus Castrop-Rauxel trotz Leine auf die Fahrbahn der Recklinghauser Straße. Ein Rollerfahrer muss deswegen mit einer Vollbremsung in die Eisen steigen. Der 41-jährige Dortmunder vermeidet so zwar gerade noch den Zusammenstoß mit dem Hund, kommt jedoch zu Fall und verletzt sich leicht. Er muss ärztlich versorgt werden. Die Folge für die Castrop-Rauxelerin: eine Anzeige.

„Es steht bei jeder Unfallanzeige, bei der Menschen verletzt wurden, der Vorwurf einer fahrlässigen Körperverletzung im Raum“, sagt Ramona Hörst, Pressesprecherin der Polizei im Kreis Recklinghausen. Vorfälle mit Hunden kämen im Vergleich zu Unfällen mit Wildtieren selten vor, allerdings könne es weitreichende Folgen haben. In Bottrop hätte es mal einen Fall gegeben, bei dem ein Radfahrer sehr schwere Kopfverletzungen erlitten habe, weil er durch die Vollbremsung über den Lenkrad geschleudert worden sei, so Hörst.

Halter haftet persönlich für Schäden, die der Hund verursacht

In so einem Fall kann es teuer werden für den Hundehalter. Denn der Eigentümer und Halter haftet gemäß §§ 823, 833 ff. BGB in vollem Umfang persönlich für Schäden, die der Hund verursacht - egal, ob ihn ein Verschulden trifft oder nicht. Das kennt auch Lutz Schewe, Inhaber der Tierversicherung Schewe aus Herne-Sodingen. „Die Tierhalterhaftung ist im BGB als Gefährdungshaftung und nicht als Verschuldenshaftung ausgestattet“, so Schewe.

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Wenn jemand also den Hund an der Leine führt und dieser sich losreißt und einen Unfall verursacht, haftet er. Auch wenn er an sich nichts dafür kann. Anders ist es, wenn nicht der Halter, sondern eine andere Person mit dem Hund Gassi geht. Diese Person haftet dann „aus vermutetem Verschulden“ und könne sich so leichter rausreden, wenn sie kein Verschulden am Unfall trifft, sagt Schewe.

Eine Hundehaftpflichtversicherung kann enorme Kosten sparen

Helfen kann eine Hundehaftpflichtversicherung. Die gibt es schon ab 60 Euro im Jahr und kann im Ernstfall viele Kosten übernehmen. „Bei einem Unfall kommen sofort Kosten der Krankenkasse, der Arztbehandlung, Schmerzensgeld und Verdienstausfall auf einen zu“, sagt Schewe. All das übernimmt die Versicherung bei einem begründeten Anspruch.

Wenn der Hund einen Unfall verursacht, geht es dem Halter an den Geldbeutel

In der Nähe von Radwegen sind Hunde an der Leine zu führen. © picture alliance / Daniel Naupol

Unfälle mit Radfahrern kommen bei ihm häufig vor. „Einfach deswegen, weil Hunde auf Radfahrer reagieren, insbesondere dann, wenn sie nicht ausgebildet worden sind. Deswegen ist es auch besonders wichtig, die Hunde in der Nähe von Radwegen anzuleinen.“

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