Werkstatt bleibt auf knapp 11.000 Euro Reparaturkosten sitzen

hzBetrugs-Prozess

Seit 18 Monaten steht in einer LKW-Werkstatt bei Bonn ein Kühlauflieger, weil die Reparaturkosten von rund 11.000 Euro nicht bezahlt wurden. Jetzt stand der Auftraggeber vor Gericht.

Castrop-Rauxel

, 26.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 48-jährige Angeklagte war als Fahrer im ehemaligen Unternehmen seiner Frau beschäftigt. Als Subunternehmen fuhr die Firma für ein anderes Unternehmen und hatte von diesem insgesamt vier LKW auf Raten gekauft. Darunter auch einen Kühlauflieger.

Dieser Kühlauflieger wurde Ende 2017 bei einem Unfall beschädigt, die Schuld lag jedoch nicht bei dem jetzt angeklagten Fahrer, sondern bei dem anderen Beteiligten des Unfalls. Zur Reparatur des Aufliegers empfahl der Chef des auftraggebenden Unternehmens dem Subunternehmen eine Werkstatt bei Bonn, bei der er selbst schon lange Kunde sei.

Versicherungsgeld für Gehälter ausgegeben

Der Zeuge aus der Werkstatt bestätigte: „Ja, der Auflieger wurde uns im Januar 2018 gebracht“. Auch wusste er zu berichten, dass es ein zweites Gutachten gab, weil die Kosten nach der Erstbegutachtung zu gering geschätzt worden waren.

Repariert wurde der Kühlauflieger schließlich für 10.369,47 Euro. Gesehen hat die Werkstatt jedoch noch keinen Cent. Und das, obwohl die Versicherung nachweislich bereits 6.500 Euro an den Auftraggeber der Reparatur gezahlt hatte. „Wir hatten Zahlungschwierigkeiten“, gestand der Angeklagte. „Das Geld haben wir für die ausstehenden Gehälter unserer Fahrer genommen.“ Schon da war es um die Firma nicht gut bestellt, mittlerweile ist sie aufgelöst.

Auch der Angeklagte hat offene Forderungen

Als einen Grund für die Insolvenz nannte der 48-Jährige den Hauptauftraggeber, die Firma, die auch die LKW verkauft hatte. Da seien noch immer Forderungen von 17.000 bis 18.000 Euro offen.

Mit dem nur schwer zu überblickendes Geflecht an Forderungen und Verbindlichkeiten hatte selbst der Verteidiger des Angeklagten seine Probleme.

Der Fahrzeugbrief ist nicht auffindbar

Verwirrung gibt es auch um die Frage nach dem Verbleib des Fahrzeugbriefes des Kühlauflegers. „Ich bin sicher, dass mein ehemaliger Auftraggeber, die Firma, die den Kühlauflieger an uns verkauft hat, den Brief besitzt. Als Sicherheit, bis wir die Raten dafür abbezahlt haben“, sagte der Angeklagte. Denn vom geschätzten Wert von 15.000 Euro war erst maximal die Hälfte bezahlt.

Doch da soll das Dokument nicht sein, hatte man bei der Reparaturwerkstatt auf Nachfrage erfahren. Denn dann könnte die Werkstatt, die den Auflieger als Pfand auf dem Platz stehen hat, das Gefährt verkaufen und Kosten ausgleichen.

Ein Problem, das der Richter nicht lösen konnte. Wohl aber den angeklagten Fall. Er sprach den Angeklagten frei, weil ein vorsätzlicher Betrug nicht nachzuweisen war.

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