"Wie in Neapel wird es nicht"

CASTROP-RAUXEL Acht Prozent mehr Lohn werden bei den Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst in Potsdam gefordert. Sollte ab dem 1. Juli tatsächlich mehr Geld gezahlt werden, würde sich das Loch in der Stadtkasse nur vergrößern.

von Von Julia Grunschel

, 11.01.2008, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Wir warten gespannt ab"

"Wir warten gespannt ab"

"Wir warten gespannt ab. Sind die Tarifverhandlungen einmal abgeschlossen, ist die Hauptververwaltung schließlich verpflichtet zu handeln und damit zu zahlen", so Annemarie Tesch. Eine durch höhere Löhne entstehende Belastung des Haushaltes könnte allerdings durch die Rückzahlung aus dem Solidaritätsfonds abgefedert werden. Nach den Modellrechnungen erwartet Castrop-Rauxel eine Abschlagszahlung von 2,3 Millionen.

Mindestens genauso gespannt verfolgt Reinhard Ofenhammer, Vorsitzender der ver.di- Betriebsgruppe der Stadtverwaltung, die Verhandlungen. "Die Erwartungshaltung ist hoch", gibt Reinhard Ofenhammer wieder, "aber es geht ja nicht nur um die Löhne, sondern beispielsweise auch um die Arbeitszeit, die Entgeldordnung oder die Ausbildungsvergütung."

Bei der Stadtverwaltung sind rund 650 der 1000 Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert. Vor den Verhandlungen fand das letzte Treffen im November statt, das nächste steht unmittelbar bevor. "Sollte es nach den acht oder zehn anberaumten Verhandlungstagen kein spürbares Entgegenkommen geben, gibt es Ende März eine Urabstimmung der Beschäftigten", kündigt Ofenhammer an.

"Wir wollen nicht die Bürger treffen"

Den letzten wichtigen Arbeitskampf habe man 1992 geführt. "Dabei entwickelt sich immer eine gewisse Eigendynamik", weiß der Sprecher. Bei einem Streik sei die öffentliche Meinung aber ganz entscheidend: "Wir würden nicht gegen die öffentliche Meinung streiken. Schließlich wollen wir nicht die Bürger, sondern den Arbeitgeber treffen. Wie in Neapel wird es hier sicher nicht", spielt er auf den Müll-Skandal an.

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