Wie schützen sich Krankenhäuser und Seniorenzentren vor Diebstählen?

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Wer als Patient ins Krankenhaus geht, will nur eines – gesund werden. Doch jedes Jahr werden tausende Patienten ausgerechnet zu Opfern von Dieben. Auch in Castrop-Rauxel?

Castrop-Rauxel

, 07.06.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 27-Jähriger musste sich 2014 vor dem Castrop-Rauxeler Amtsgericht verantworten, weil er im St.-Rochus-Hospital 13 Verschlüsse für Venenzugänge und drei Spritzen gestohlen hatte. Die wollte er dazu benutzen, sich selbst ein Piercing zu stechen. Weil er sowieso als Patient in der Ambulanz des Krankenhauses war, nutzte er die Wartezeit, die benötigten Dinge zu besorgen. Das brachte ihm eine Freiheitsstrafe ein. Kein Einzelfall in Krankenhäusern.

Immer wieder kommt es in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu Diebstählen. 2018 waren es 23 Diebstähle, 2017 sogar 45 in den beiden Castrop-Rauxeler Krankenhäusern. In Senioreneinrichtungen waren es 2017 10 Diebstähle, 2018 23, so die aktuellen Zahlen des Kreises Recklinghausen.

Welche Vorsichtsmaßnahmen gibt es?

Doch wie schützen sich die Einrichtungen davor? „Wir bitten alle Patienten darum, beim Verlassen des Zimmers grundsätzlich sämtliche Wertgegenstände in ihrem Schrank einzuschließen. Außerdem raten wir, Wertsachen möglichst Angehörigen oder den sie begleitenden Personen anzuvertrauen“, sagt Wilfried Diekmann, Verwaltungsdirektor am Evangelischen Krankenhaus (EvK) an der Grutholzallee auf Anfrage.

Außerdem hätten die Patienten die Möglichkeit, Wertsachen bzw. Geldbeträge beim Stationspersonal oder bei der Aufnahme gegen Quittung zu hinterlegen. Für Mitarbeiter gebe es klare Regelungen zum Umgang mit Patienteneigentum (Verfahrensanweisung). Es gebe aber sehr selten Meldungen über Diebstähle, sagt Diekmann. „Auch unserer Medizintechnik liegen keine solchen Meldungen vor.“

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In den Seniorenzentren der AWO komme es gelegentlich auch zu Diebstählen, so Katrin Mormann vom AWO-Bezirksverband westliches Westfalen, auch wenn Diebstähle nur Einzelfälle seien. Auch dort gebe es Vorsichtsmaßnahmen. In den 58 Seniorenzentren des Trägers seien in den Eingangsbereichen Kameras installiert. In den Zimmern gebe es abschließbare Schränke für Wertsachen. Schlüssel dafür haben nur die Bewohner und deren Angehörige.

Fremde Besucher werden angesprochen

Die Mitarbeiter seien sensibilisiert, unbekannte Menschen, die sich im Seniorenzentrum aufhalten, anzusprechen. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht“, so Mormann. Mitarbeiter müssten vor Antritt ihrer Stelle ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Ab 21 Uhr, wenn der Nachtdienst beginnt, sei die Einrichtung verschlossen, sodass keine Fremden mehr einfachen Einlass haben.

Vom St.-Rochus-Hospital haben wir bis Redaktionsschluss keine Antwort auf unsere Fragen bekommen.

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