Wieder lange Schlangen am Wahllokal? Stadt Castrop-Rauxel hat vorgesorgt

hzKommunalwahl 2020

Bei der Kommunalwahl am 13.9. in Castrop-Rauxel gab es Bilder, die man noch nie gesehen hat: lange Schlangen vor manchem Wahllokal. Bei der Stichwahl soll das nicht wieder passieren.

Castrop-Rauxel

, 25.09.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Wahltag am 13. September war speziell: Die Zahl der Wahllokale war aufgrund der Corona-Pandemie geringer als üblich. Einige bisher genutzte Wahllokale fielen weg – beispielsweise Alten- und Pflegeheime oder auch solche Lokale, an denen sich Ein- und Ausgang nicht gut trennen ließen. Und man erwartete deutlich mehr Brief- als Präsenzwähler.

Doch der Wegfall der Lokale hatte Folgen: Vor einigen Wahllokalen bildeten sich Schlangen. Erst nach 19 Uhr schlossen einige der Wahllokale, wo die Schlange um 18 Uhr noch so lang war, dass es noch eine Stunde dauerte, bis die letzten Stimmzettel in der Urne waren. Und nun? Zwei Wochen später ist Stichwahl. Was tut die Stadt, um das zu vermeiden?

Diese Faktoren spielen der Stadt in die Karten:

  • Die Zahl der Briefwähler wird wieder hoch sein. 14.000 Anträge auf Briefwahl gingen ein. Auch wenn die Unterlagen zum Teil spät zugestellt wurden, wird der Anteil derer, die nicht ins Wahllokal gehen, wieder außergewöhnlich hoch sein.
  • Es gibt weniger Wähler als beim ersten Wahlgang. Das ist traditionell so. Denn es geht „nur noch“ um zwei Wahlen: die des Landrats und die des Bürgermeisters. Viele Wähler werden denken: „Ich habe nun ja schon meine Meinung gesagt. Das muss reichen.“ Aber klar ist: Die Wahl fängt wieder bei null an. Sie ist dafür aber übersichtlicher als am 13.9.: Nicht mehr fünf Stimmzettel mit zum Teil langen Listen sind anzukreuzen, sondern nur noch zwei, auf denen je zwei Namen stehen. Das wird auch beim Auszählen die Sache vereinfachen.
  • Die Erfahrungen vom 13.9. fließen ein. Es wird keine Reserve-Urnen im Rathaus geben. Alle 95 sind im Stadtgebiet verteilt. „In einigen Wahllokalen steht von Beginn an eine dritte Wahlurne“, sagte Wahlleiter Michael Eckhardt am Freitag. Außerdem habe man Wahlvorstände angehalten, es nicht zu genau zu nehmen: Wähler sollen ihre Wahlunterlagen schon ausgehändigt bekommen, bevor die Wähler vor ihnen aus der Wahlkabine herausgekommen sind. Auf coronabedingte Abstände könne auch so geachtet werden.

Wieder gilt: Sollte um 18 Uhr jemand in einer Schlange warten, darf er seine Stimme auch danach noch abgeben.

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Zur Problematik, dass Briefwähler ihre Wahlunterlagen verspätet erhalten haben, sagte Eckhardt: „Die Problematik bei der Post ist, dass man relativ lange Laufzeiten hat.“ In Gelsenkirchen habe es ähnliche Probleme gegeben. „Ich selbst habe meine Unterlagen am Dienstag bekommen, dabei hatten wir sie alle Donnerstag, also so früh wie möglich nach der Sitzung des Kreiswahlausschusses, rausgeschickt“, so der Beigeordnete.

Bis Sonntag, 16 Uhr, müssen Wahlbriefe im Briefkasten am Rathaus sein. Eckhardt: „Es kommen jetzt schon Unmengen an Leuten und schaufeln den Briefkasten voll.“

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