Der Beschluss für die Gründung einer neuen Wirtschaftsförderung ist ein Jahr alt. Jetzt will die Stadt ihn umsetzen. Dabei sollen auch mehr Veranstaltungen für Castrop-Rauxel rausspringen.

Castrop-Rauxel

, 11.03.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt will ihre Wirtschaftsförderung verbessern und mit mehr Aufgaben betrauen. Vor allem das Veranstaltungsmanagement soll dafür sorgen, dass Castrop-Rauxel sich attraktiver präsentiert. Im Sommer soll die neue Marketing-Gesellschaft an den Start gehen. Für die Stadtteilvereine soll sie eine tatkräftige Hilfe sein, verspricht Bürgermeister Rajko Kravanja.

Warten auf das Geld aus dem Haushalt

Fast ein Jahr alt ist der Beschluss, eine Wirtschaftsförderungs- und Stadtteilmanagement GmbH zu gründen. Bislang konnte die Stadtverwaltung den Beschluss noch nicht in die Tat umsetzen, da sie noch nicht über das Geld aus dem Haushalt verfügen konnte.

Wenn die Bezirksregierung den Haushaltssicherungsplan im März/April genehmige, gehe es an die Gründung, sagt Bürgermeister Rajko Kravanja im Gespräch mit dieser Redaktion. Dann werde eine 100-prozentige Tochter des Stadtbetriebs EUV gegründet. Bis dahin werde der Gesellschaftervertrag ausgearbeitet. Zum 1. Juli will die Stadt mit der neuen Gesellschaft starten. „Stand heute würde ich sagen: Wir schaffen das“, sagt Kravanja.

Drei Aufgaben für die neue Wirtschaftsförderung

Um drei Aufgabenfelder soll sich die neue Wirtschaftsförderung kümmern. Für Bestandsunternehmen sollen die Mitarbeiter dann mehr Zeit haben, sagt Kravanja. Die Wirtschaftsförderer sollen die Unternehmen aktiv aufsuchen und Hilfe anbieten, etwa beim Thema Breitbandausbau.

Aufgabe zwei sei klassische Wirtschaftsförderung: Unternehmen, die sich gerne in Castrop-Rauxel ansiedeln wollen, werden an die Hand genommen und durch alle Verwaltungsabteilungen gelotst, bis sie am Ende alle erforderlichen Genehmigungen haben. „Das ist der Pflichtbestandteil“, sagt der Bürgermeister.

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Aufgabe drei habe sich in den vergangenen Jahren neu entwickelt, „und das haben wir bislang nicht bedient, oder nur marginal“, gibt Kravanja zu. Die Rede ist vom Stadtmarketing. Die Stadt soll attraktiver werden für Neuansiedlung von Unternehmen.

Als eine der ersten Aufgaben der neuen Marketing GmbH hat der Bürgermeister das Veranstaltungsmanagement ausgemacht. Veranstaltungen in der Innenstadt und in Ickern werden mit CasConcept und Mein Ickern derzeit von Vereinen mit ehrenamtlichen Kräften getragen. „Die schaffen das nur noch bedingt“, sagt Rajko Kravanja. „Die kommen auch an ihre Leistungsgrenze.“

Mehr Veranstaltungen für mehr Besucher geplant

Diese Veranstaltungsorganisation aufzufangen und zu stabilisieren, darum ginge es zunächst. „Wenn wir das nicht tun, dann bricht das irgendwann weg“, so der Bürgermeister. Das derzeitige Veranstaltungsniveau solle zunächst gehalten werden. Später sollen mehr Veranstaltungen Besucher nach Castrop-Rauxel locken.

Bislang organisieren die verschiedenen Stadtteilvereine ihre Veranstaltungen selbst. Auch dabei soll die Wirtschaftsförderungsgesellschaft helfen – ohne die Organisation an sich zu reißen, wie der Bürgermeister betont.

In mehreren Workshops habe die Verwaltung mit den Stadtteilvereinen gesprochen und festgestellt, dass es unterschiedliche Bedürfnisse gibt. Das reiche von infrastrukturellen Hilfen wie der Organisation von Straßensperren oder Sondergenehmigungen bis zu Sachleistungen, die benötigt werden – etwa eine Bühne.

Unterstützung statt Bevormundung

Andere Vereine wünschten sich, dass die Marketing GmbH die gesamte Veranstaltung organisiere, sagt Kravanja. CasConcept etwa wolle als Ideengeber fungieren und dafür auch Geld aus seinem Budget geben, so Kravanja.

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„Wir machen ein zugeschnittenes Konzept für die einzelnen Vereine“, verspricht der Bürgermeister. Die neue GmbH solle Unterstützung bieten. „Da wo bürgerschaftliches Engangement ist, da müssen wir das mitnehmen und stärken und nichts aufdrücken“, sagt Kravanja.

Stellenausschreibung für neuen Geschäftsführer

Was der Stadt noch fehlt zur Gründung ihrer neuen Marketing GmbH ist ein Gesicht: Einen Geschäftsführer gibt es noch nicht. Kravanja skizziert das Anforderungsprofil so: „Es sollte aus meiner Sicht jemand sein, der Erfahrung mitbringt und aus dem Bereich kommt.“

Vor allem sollte diese Person zusammenbinden, kommunikativ und kreativ sein, und „nach vorne schauen“. Dazu wird die Stadt eine Stelle ausschreiben. „Wir wünschen uns den Richtigen“, fasst Kravanja zusammen. Aus Castrop-Rauxel müsse die Person nicht unbedingt stammen.

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