Zoff am Busbahnhof: 46-Jährige soll nach Streit um ein Parfum Frau bedroht haben

hzAm Amtsgericht

Weil ihr Ex-Freund die Flasche Parfum gestohlen und an eine Bekannte verkauft haben soll, war eine 46-Jährige beleidigend geworden. Sie soll die Bekannte sogar mit dem Tod bedroht haben.

Castrop

, 09.12.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was Ende Juni bei einem Treffen am Busbahnhof am Münsterplatz genau vorgefallen ist, konnte am Amtsgericht Castrop-Rauxel in dieser Woche nicht mehr rekonstruiert werden. Auf jeden Fall gab es eine lautstarke Auseinandersetzung, doch weder Inhalt noch Anlass konnten eindeutig bestätigt werden.

Der 46-jährigen Angeklagten wurde vorgeworfen, eine 26-Jährige als Schlampe tituliert und gar eine Morddrohung ausgesprochen zu haben. Der Grund: Sie warf der jungen Frau vor, von ihrem Ex Parfum gekauft zu haben, das ihr dieser zuvor gestohlen hatte. Die 46-Jährige wollte ihr Duftwasser zurück.

Verabredung zum Kaffee

Die Angeklagte war an diesem Tag mit mehreren Frauen am Kiosk auf einen Kaffee verabredet. Dort sah sie dann die 26-Jährige und stellte sie zur Rede.

Das bestritt die 46-Jährige auch nicht. Ebenso wenig, dass es laut wurde. Doch von Bedrohung und Beleidigung wollte die 46-Jährige nichts wissen. Sie habe nur ihr Parfum zurück gewollt.

Auch drei Zeuginnen, die in ihrer Begleitung waren, darunter Schwester und Tochter, bestätigten die verbale Auseinandersetzung. Auch die Zeugen hatten aber weder Beleidigungen noch Bedrohungen gehört.

Am Busbahnhof getroffen

Allerdings wussten alle drei vor Gericht zu berichten, dass es um Parfum gegangen war, das der Ex-Freund es gestohlen und verkauft haben soll. An eben die Frau, die zufällig in der Nähe auf einen Bus wartete und mit der die Familie einmal befreundet war.

„Sie hat mich angeschrieen und gesagt, ich solle kommen“, sagte die 26-Jährige im Zeugenstand aus. Dann seien die Frauen aufeinander zugegangen. Dabei habe die 46-Jährige herumgefuchtelt und versucht, zu schlagen, sie aber nicht getroffen.

Keine Erinnerung an Wortlaut

Welche Worte dabei genau gefallen sind, wusste die 26-Jährige jedoch nicht mehr. Sie sei schnell in den Bus geflüchtet, der just zu diesem Zeitpunkt vorgefahren sei.

Ein Parfum habe sie niemals von deren Freund, den sie vom Sehen gekannt haben will, gekauft.

Die Angeklagte Castrop-Rauxelerin war kein unbeschriebenes Blatt. Sie hat zwei Vorstrafen wegen Körperverletzungen und hatte zuvor im Ausland ebenfalls wegen Körperverletzung eine Haftstrafe verbüßt. Doch diesmal gab es keine Beweise.

Aus Mangel an Beweisen

Aussage stand gegen Aussage, kein Zeuge konnte sich an den Wortlaut erinnern. „Beleidigung und Bedrohung konnten nicht bestätigt werden“, so die Schlussfolgerung der Staatsanwaltschaft, die daraufhin einen Freispruch forderte.

Und genauso entschied der Richter. „Ich weiß nicht, wer hier die Unwahrheit gesagt hat“, sagte er in seiner Begründung für den Freispruch, gilt doch „Im Zweifel für den Angeklagten.“ Er entließ die Angeklagte mit dem Rat, sich künftig besser aus dem Weg zu gehen.

Lesen Sie jetzt