Zu unrecht beschuldigt: Disput um Nils Bettingers Rolle beim Schulausflug zur Alten Eiche

Alte Eiche

„Ihr Artikel ist unsachlich, tendenziös und in Teilen fehlerhaft“: Das schreibt Nils Bettinger an die Redaktion. Er bezieht sich auf den Schulausflug zur Alten Eiche. Was meint der FDP-Chef?

Castrop-Rauxel

, 22.10.2019, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zu unrecht beschuldigt: Disput um Nils Bettingers Rolle beim Schulausflug zur Alten Eiche

Eine AG der Otto-Burrmeister-Schule aus Recklinghausen besuchte die Alte Eiche in Habinghorst. Journalisten begleiteten den Besuch beim Baumbesetzer Johannes. © Maren Carle

Er sei eines der wenigen Ratsmitglieder, „das für die Umsetzung des Baugebietes an der Heerstraße öffentlich in den Diskurs geht“. So habe er einen Beitrag des WDR vergangenen Mittwoch zum Schulbesuch auf Facebook kommentiert und dort öffentlich geschrieben, „dass ich der Umwelt-AG anbieten werde, als Ratsmitglied für tiefergehende Informationen zur Verfügung zu stehen.“

„Beweggründe für die Entscheidung“

In einem Schreiben an die Schule, das er offiziell über die Schulleitung einbrachte, verdeutlichte Bettinger seine Motivation so: „(…) um als Ratsmitglied (…), das an der Entscheidung zur Entwicklung des Wohngebietes mitgewirkt hat, der AG ebenfalls eine Sicht auf das Gebiet zu eröffnen und die Beweggründe für die Entscheidung zu erläutern“.

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Als Ratsmitglied sei es „auch meine Aufgabe, unsere Entscheidung öffentlich zu erklären. Gerade in der aufgeheizten Gesamtstimmung scheint es mir richtig, auch Informationen in der Tiefe zu verarbeiten“.

RN: „Fast wäre es zu diesem Treffen gar nicht gekommen“

Unsere Zeitung berichtete am Donnerstag so: „Fast wäre es zu diesem Treffen gar nicht gekommen. ‚Die Politik in Recklinghausen hat versucht, uns davon zu überzeugen, nicht zu fahren‘, sagte (AG-Leiter) Hardt: ‚Aber wir sind trotzdem gekommen!‘“

Was kritisiert Bettinger? „Jetzt titeln Sie am 14.10.2019 die Frage, ob ‚die FDP‘ hier Einfluss nehmen wollte. Es entsteht also der Eindruck, als wolle eine Partei Einfluss auf die Unterrichtsgestaltung einer Schule nehmen.“ Unter diese Hypothese recherchierte unsere Redaktion und kam nach dem Hören aller Seiten zum Ergebnis: Die Eichen-Freunde vermuten das, doch den Tatsachen entspricht das nicht gänzlich. Das geht aus dem Bericht eindeutig hervor. Einzig: Den Unterricht hätte Ratsherr Nils Bettinger als Experte schon mitgestaltet.

Bettinger als Ratsherr, nicht als FDP-Fraktionsvorsitzender

„Die FDP“, so Bettinger, habe sich „zu keinem Zeitpunkt zum Schülerausflug geäußert. (…) Weder die Castrop-Rauxeler FDP, noch ich als Ratsmitglied haben versucht, den Ausflug zu verhindern. Trotzdem erweckt die Schlagzeile einen solchen Eindruck.“

Der eigentliche Skandal sei, dass hier sogar von Seiten der Lehrkraft und Herrn Schlabach vom Verein zur Rettung der Alten Eiche versucht werde, die Politik als „böse“ darzustellen. „Als jemanden, der Unterricht und Exkursionen verhindern will, weil ihm das Thema nicht passt.“

„Schlagzeile mit Interpretationsspielraum“

Die Redaktion fördere diesen Eindruck, so Bettinger. „Zunächst durch die fehlende Rückfrage und heute durch die Schlagzeile mit Interpretationsspielraum.“ Das Schlaglicht müsse auf den BUND und die Aktivisten gerichtet sein, die solche unhaltbaren Behauptungen in die Welt setzten – „und nicht auf mich, der ich als Ratsmitglied unterwegs bin, meinen Aufgaben nachzukommen. Dazu gehört nämlich auch die Information in der Öffentlichkeit.“

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