Das CAPpuccino wird so geschrieben, weil es hier um Menschen mit HandiCAPs geht: Hier arbeiten Menschen mit Behinderungen. Das Café / Bistro ist im Rauxeler Hauptbahnhof zu finden. © Thomas Schroeter
Gastronomie

Zwei Jahre CAPpuccino Berliner Platz: So läuft‘s im Wewole-Café am Bahnhof

Ende April 2019 wurde es eröffnet: Das CAPpuccino hat das Eingangsgebäude des Castrop-Rauxeler Hauptbahnhofs deutlich aufgewertet, da gibt es keine zwei Meinungen. Aber wie läuft es eigentlich?

Das CAPpuccino ist kein ganz normales Café: Es hat eine besondere Lage im Eingangsbereich des Hauptbahnhofes. Und es hat einen besonderen Betreiber und ein spezielles Konzept. Denn hier arbeiten Menschen mit geistigen oder psychischen Behinderungen im Auftrag der Wewole.

Zwei Jahre ist es nun alt. Und nach einer kleinen Gratulations-Welle im Internet wollten wir wissen: Wie läuft es aus Sicht des Betreibers? Was macht den Erfolg vor allem aus, vorausgesetzt, sie bezeichnen es als solchen. „In erster Linie handelt es sich um ein tolles gastronomisches Konzept und mit dem Standort im Castroper Bahnhof haben wir einen idealen Standort finden können“, antwortet Inci Wagner, Sprecherin der Wewole-Stiftung aus Herne.

„Wer den Bahnhof mit seinem Angebot aus der Zeit vor unserer Eröffnung kennt, erkennt sofort den Gewinn des Standorts, was wir uns hier auf die Fahne schreiben“, sagt sie. Betrachte man in Ergänzung dazu den hohen Grad an Identifikation der Beschäftigten mit ihrem Arbeitsplatz, „ist das Projekt ein voller Erfolg“.

Angebot wird „sehr gut angenommen“

Dabei litt auch hier das Geschäft natürlich unter der Corona-Pandemie. „Ja, auch wir haben uns umstellen müssen“, so Inci Wagner. So mussten Hygienekonzepte erstellt und Öffnungszeiten angepasst werden. „Zeitweise mussten wir auch schließen. Trotzdem wird unser Angebot von den Castropern nach wie vor sehr gut angenommen.“

Aber was hat Priorität für die Wewole: eine Arbeitsgelegenheit in diesem Umfeld zu schaffen oder die Bilanzzahlen? „Zunächst war uns wichtig, durch das CAPpuccino und auch dem NimmEssMit inklusive Arbeitsplätze zu etablieren. Die Bilanz muss natürlich auch stimmen, aber an erster Stelle steht, dass Bistro und Kiosk fester Bestandteil der Stadtgesellschaft ist und es keine Rolle spielt, ob ein Mensch gehandicapt ist oder nicht“, antwortet Sprecherin Wagner.

Gutes Essen, selbst zubereitet für die Passanten und Pendler am Hauptbahnhof.
Gutes Essen, selbst zubereitet für die Passanten und Pendler am Hauptbahnhof. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Ob man vor dem Hintergrund der bekannten Zahlen aus zwei Jahren heute wieder dort in diesem Umfang eröffnen würde? „Auf jeden Fall, wir glauben an das Konzept“, so die Wewole.

Wie viele Kunden man am Tag hat, ließe sich schwer beziffern: „Aufgrund der Coronaschutzverordnungen und den Home-Office-Vorgaben schwanken die Zahlen aktuell und lassen sich im Moment schwer festmachen“, erklärt Inci Wagner.

Das ist Wewole

Wewole betreibt betreute Wohngruppen und zahlreiche Arbeitsgelegenheiten für Menschen mit Behinderungen. Sie arbeiten in der Küche, in der Landschaftspflege, in der Druckerei, in der Elektromontage, in der Gärtnerei, in einer Kfz-Werkstatt, in der Landwirtschaft, der Metallverarbeitung, einer Konditorei und einer Wäscherei sowie in Verpackungsjobs. Und in Gastronomie und Verkauf. Der Kiosk NimmEssMit wurde im Juli 2019 eröffnet.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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