Nichts als Nebelkerzen Wechsel der Geschäftsführer der Kinder- und Jugendklinik Datteln

Usermeinungen müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Wir behalten uns das Recht auf Kürzungen vor.
Usermeinungen müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen. Wir behalten uns das Recht auf Kürzungen vor. © Ohlrich
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Ein Wechselbad der Gefühle durchlebt derzeit die Mitarbeiterschaft der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln. Dies habe ich am vergangenen Dienstag, 15. November, persönlich in einer nicht gekannten Weise erlebt.

Es war der Tag, an dem Herr Wachtel seine persönlichen Dinge aus der Klinik in Datteln und aus der Kinderheilstätte in Nordkirchen abgeholt hat. Ich hatte meinerseits Herrn Wachtel angeboten, ihn an diesem Tag zu begleiten. Während meiner 15-jährigen Tätigkeit (2001-2016) als Seelsorger in der VKJK haben wir vertrauensvoll und konstruktiv zusammengearbeitet.

Die Mitarbeiterschaft wurde über Wochen in Unkenntnis gelassen, was mit ihrem Geschäftsführer geschieht. Sie waren fassungslos, als sie die Mitteilung des Aufsichtsratsvorsitzenden per Rundschreiben gelesen haben. Und als sie hörten, dass Herr Wachtel nur noch einmal in die Klinik kommt, um seine persönlichen Dinge abzuholen, suchten sie im Eilverfahren nach einem Zeichen der Wertschätzung, der Verbundenheit, der großen Dankbarkeit… und entschieden sich, Herrn Wachtel an seinem letzten Tag in einer ihnen eigenen liebevollen Weise zu begrüßen, um ihm Dank zu zurufen und zu verabschieden. Herr Wachtel war mehr als überrascht und zugleich froh und dankbar, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so zu erleben. Für mich war dieser Empfang berührend und ich spürte die Seele dieser Klinik, die ich stets als das Fundament und den großen Schatz der Klinik wahrgenommen habe.

Viele Gespräche, Briefe und Mails haben Kirche und Caritas erreicht. Die Antworten und die Rundschreiben gleichen Nebelkerzen, die in den Einrichtungen des Geschäftsbereichs Kinder und Jugendliche gezündet werden.

In dem Maße, wie die Verunsicherung in der Mitarbeiterschaft zunimmt, nimmt das Vertrauen ab. Die Artikel des Journalisten Sebastian Balint sind sachlich und treffen den Kern der derzeitigen Wirklichkeit. Die Mitarbeiterschaft und die Öffentlichkeit haben ein Recht auf Transparenz.

Die Leitung des Diözesancaritasverbandes Münster versichert ihre hohe Wertschätzung für die Arbeit und ihre intensive Unterstützung für die Person Andreas Wachtel. Jedoch gibt es außer dem Rundschreiben, in dem der Aufsichtsratsvorsitzende über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses informiert, keine öffentliche Würdigung und keine Verabschiedung von offizieller Seite.

Der Empfang für Herrn Wachtel durch die Mitarbeiterschaft setzte ein nachhaltiges Zeichen der Wertschätzung, der Verbundenheit, der großen Dankbarkeit. Und Kirche und Caritas schweigen in der Öffentlichkeit und werfen Nebelkerzen. Warum kommt das Gute, das die Direktion des DiCV über das jahrzehntelange Wirken von Herrn Wachtel artikuliert, nicht ans Licht? Und warum zeigen Kirche und Caritas nicht öffentlich ihre Solidarität, wenn sie beteuern, das Wohl der Klinik und vor allem das ihrer Patientinnen und Patienten im Blick zu haben und sich dafür einzusetzen?

Es bleiben die Nebelkerzen, denn offenbar will keiner öffentlich eingestehen, dass Macht und Einfluss das beherrschende Thema sind. Und solange das nicht aufgedeckt und aufgeklärt wird, bleibt alles nebulös. Wenn in den Führungsetagen der Caritas in Münster und der Caritas-Kliniken in Datteln nur Kräfte gemessen werden und alle kraft- und machtvoll sich darstellen, dann ist der gute Geist wirkungslos.

Nebelkerzen, wer immer sie zündet, verlängern nur Leid. Betroffen sind jene, die Gutes zum Wohle der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen bewirken. Es kann und darf nicht sein, dass der gute Geist in den Einrichtungen von Kirche und Caritas vollends verloren geht. Es ist höchste Zeit, Fronten abzubauen und zu ermutigen, gemeinsam den Weg in aller Offenheit zu gehen.

Offenheit und Transparenz lassen sich derzeit in keiner Stellungnahme und in keinem Schreiben erkennen. Das bedauere ich sehr. Es wird vermittelt, dass hier etwas geschehen ist und geschieht, dass mehr als fragwürdig ist.

Der Caritasverband der Diözese Münster, der Träger zwei bedeutender und hoch angesehener Einrichtungen für behinderte und kranke Kinder und Jugendliche ist, ist offenbar (noch) nicht in der Lage, Einfluss zu nehmen, um weiteren und größeren Schaden von der Klinik abzuwenden. Das darf und kann nicht sein.

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