Ab dem 1. März dürfen Friseure auch in Dorsten unter Beachtung der Hygienevorschriften wieder öffnen. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Dorstener Friseure: Die Terminbücher für Anfang März sind voll

Ab dem 1. März dürfen Friseure nach zweieinhalb Monaten wieder öffnen. Die ersten Reaktionen auf die Entscheidung fallen bei drei Dorstener Friseuren nicht uneingeschränkt positiv aus.

Ab dem 1. März dürfen Friseursalons nach monatelanger Geschäftsschließung wieder öffnen. Allerdings müssen dabei Hygieneauflagen eingehalten werden. Die Kunden dürfen nur mit einem Termin kommen und müssen medizinische Masken tragen.

„Für mich ist das in Ordnung. Wichtig ist, dass wir dann offen bleiben und die Politik nicht mit absurden Ideen den Salonalltag erschwert“, meint Aldona Slodczyk, Inhaberin des Salons Kopfsache mit Standorten in Wulfen und Schermbeck. Als Beispiel nennt sie die in Österreich erforderlichen Schnelltests. Das könnte aus ihrer Sicht einige Kunden abschrecken. Medizinische Masken gibt der Salon dagegen schon länger an die Kunden aus.

Fördergelder immer noch nicht gezahlt

Thomas Iwanowsky, Inhaber des gleichnamigen Friseursalons, kann nicht nachvollziehen, warum die Salons weitere zwei Wochen schließen müssen. „Es ist schön, wenn wir aufmachen dürfen, aber ich verstehe nicht, was sich bis zum 1. März ändern soll“, äußert er sein Unverständnis.

Das Terminbuch sei voll, zwei Wochen mit 60 Terminen pro Tag sind bereits komplett gebucht. „Die Termine werden jetzt bei einigen Leuten zum dritten Mal verschoben, irgendwann ist es auch mal gut“, findet Thomas Iwanowsky. Zumal auch die versprochenen Fördergelder seitens der Politik bislang fehlen, „lächerlich und peinlich“ findet das der Friseur.

Thomas Iwanowsky freut sich über die baldige Öffnung, aber kritisiert die ständigen Verschiebungen und fehlende Fördergelder.
Thomas Iwanowsky freut sich über die baldige Öffnung, aber kritisiert die ständigen Verschiebungen und fehlende Fördergelder. © Rüdiger Eggert (A) © Rüdiger Eggert (A)

Angespannte Lage trotz baldiger Öffnung

Dietmar Buddenbrock hatte auch auf eine Öffnung ab dem 15. Februar gesetzt. „Die Nerven liegen blank, die Zeit läuft uns davon“, schildert der Inhaber des gleichnamigen Geschäfts die angespannte Lage. Der Betrieb ohne Einnahmen sei langfristig nicht durchzuhalten. Viele Kollegen mussten ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken.

Zudem seien ihm einige Friseure bekannt, die aus finanzieller Not heraus schwarz arbeiten. „Die sind am Ende, irgendwann sind die Reserven aufgebraucht“, gibt Dietmar Buddenbrock zu bedenken.

Ansturm nach Wiedereröffnung erwartbar

Zur Wiedereröffnung erwarten alle Friseursalons einen Ansturm. „Über WhatsApp, Telefon, Social Media versuchen sich die Leute, jetzt schon Termine zu sichern. Insgesamt haben wir in den beiden Salons etwa 800 Kunden. Wir sind natürlich vorbereitet und versuchen, noch einige provisorische Plätze zu errichten“, beschreibt Aldona Slodczyk ihre Planung.

„Wir werden die erste Woche von Montag bis Samstag durchziehen“, erklärt Dietmar Buddenbrock. Viele Kunden rufen an, um möglichst schnell dranzukommen. Man habe die Kontaktdaten der Kunden und werde die Terminierung dementsprechend steuern. Aber er weiß auch: „Wenn das alles abgearbeitet ist, kommt wieder ein Loch. Die Kunden kommen wegen des Lockdowns nicht doppelt.“

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