Elvis staunt, was sich unter ihm abspielt. Da steht nämlich eine Digitalkamera, die ihn fotografiert. © Matthias Hundt
Tier-Fotografie

Fotograf aus Dorsten setzt Hunde aus ungewöhnlicher Perspektive in Szene

Auf Tier-Fotografie haben sich viele Experten spezialisiert. Ein Unternehmer aus Dorsten setzt Hunde allerdings aus außergewöhnlicher Perspektive in Szene - von unten.

Elvis ist ein kleines Energiebündel und merklich aufgeregt, als er auf der Glasscheibe steht. Sein Frauchen holt ein Leckerchen aus der Tasche, das ihr Hund augenscheinlich mag. Für ein paar Sekunden ist Elvis fast regungslos – und zack, fertig ist das Foto.

Matthias Hundt hat im richtigen Moment via Fernbedienung auf den Auslöser gedrückt. „Für das perfekte Bild braucht man allerdings Zeit und viele Versuche“, sagt er. Und Computertechnik hilft auch bei der anschließenden Bildbearbeitung.

In seinem Geschäft an der Lippestraße in der Dorstener Innenstadt hat sich der Fotograf ein ungewöhnliches Studio eingerichtet: eine Glasplatte mit Holzrahmen auf vier Beinen, perfekt ausgeleuchtet. Unter der Glasplatte ist eine Digitalkamera montiert, das Objektiv nach oben gerichtet und mit einem Laptop verbunden.

„Man bekommt einen anderen Blickwinkel“

Hier macht Matthias Hundt seit Oktober letzten Jahres Bilder für Tierliebhaber, die man eher selten sieht. Sie zeigen Hunde von unten – „ganz natürlich“, wie er sagt. Tierfotografie ist ein Spezialgebiet des Dorsteners, jetzt glaubt er eine Marktlücke entdeckt zu haben. „Die ersten Tests waren erfolgreich, das Interesse ist groß“, sagt Hundts Ehefrau Heike. „Man bekommt ja einen ganz anderen Blickwinkel.“

Elvis wird abgelenkt und ein wenig “ruhig” gestellt, damit Matthias Hundt das Foto machen kann. Seine Digitalkamera ist unter der Glasplatte platziert. © Stefan Diebäcker © Stefan Diebäcker

Die Corona-Pandemie hat auch dem bekannten Fotografen in den letzten Monaten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach monatelangem Lockdown können inzwischen wieder Termine für das ungewöhnliche Shooting vereinbart werden. Das ist bislang Hunden vorbehalten, zu groß oder zu schwer dürfen sie aber nicht sein. „Die Glasplatte trägt maximal 30 Kilo.“

Das reicht auch für Katzen, mit denen der Fachmann demnächst vielleicht auch mal ein Foto-Experiment wagen würde. Hunde allerdings sind wohl leichter zu überzeugen, notfalls mit einem Leckerchen. „Außer Pudel“, sagt Heike Hundt schmunzelnd. „Die sind manchmal etwas stur.“ Da ist dann schon mal ein zweiter Termin notwendig.

Fotografie Hundt, Tel.: 02362/22248, Mail: info@fotografie-hundt.de

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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