Guido Heethey fehlen die Einnahmen aus dem Wochenendgeschäft. © Manuela Hollstegge (A)
Sorgen für Taxiunternehmen

Nachmittags und am Wochenende bleiben viele Taxis in Dorsten stehen

Am Wochenende und am Abend findet in Lockdown-Zeiten nicht mehr viel statt. Das trifft auch die Taxiunternehmen in Dorsten. Dabei spielen sie eine wichtige Rolle im Gesundheitssystem.

Die Corona-Pandemie trifft viele Branchen direkt, aber auch einige eher indirekt. Dazu zählen die Taxiunternehmen. „Durch die Schließung der Gastronomie ist das Geschäft am Wochenende eingebrochen“, berichtet Guido Heethey, seit über 20 Jahren mit seinen Taxis in Dorsten und Umgebung unterwegs. Während sonst am Wochenende fünf bis sechs Fahrzeuge im Einsatz waren, fahren aktuell nur noch zwei bis drei und das mit geringerem Umsatz. Die Zahl der Fahrten ab der Nachtschicht sei um 70 bis 80 Prozent zurückgegangen.

Krankenfahrten bilden derzeit Hauptanteil

80 Prozent der verbleibenden Touren in der Woche seien Krankenfahrten. Unter anderem Krebs- und Dialysepatienten bringen die Taxis in die Krankenhäuser, auch nach Recklinghausen oder in die Universitätskliniken in Münster und Essen. „Wenn ein Taxiunternehmen geschlossen werden müsste, möchte ich mal sehen, wie die ganzen Krankentransporte stattfinden sollen“, macht Guido Heethey deutlich.

Im Moment müsse er von Monat zu Monat neu gucken, was auf ihn zukommt. Wenn die Gastronomie wieder öffnet, könnte das Wochenendgeschäft wieder angekurbelt werden.

Auch Adrian Cybulski vom Betrieb „Taxi Dorsten“ kann wenig Positives berichten. „Die Fahrzeuge stehen ab dem Mittag fast komplett, wir haben bis zu 80 Prozent Verlust“, erklärt er. Nach 13 Uhr, wenn die Krankenfahrten weitgehend abgeschlossen sind, werde von den vier Autos nur noch eines benötigt, ab 17 Uhr komme der Betrieb eigentlich komplett zum Erliegen.

Auch am Wochenende fährt nur ein Taxi, das trotzdem nur die Hälfte der vor Corona normalen Auslastung hat. Somit kommen auch weniger Fahrer zum Einsatz. „In Zeiten, wo wir wissen, dass kaum jemand fährt, bleiben die Autos nicht draußen“, erläutert Adrian Cybulski. Dann werde abends ein Fahrer von zu Hause gerufen.

Neue Konkurrenz gefährlich, aber nicht in Dorsten

Derzeit drängen neue Konkurrenten, wie Uber, auf den Personenbeförderungsmarkt und sorgen in Großstädten wie Köln für streikende Taxifahrer. „Damit werden wir in Dorsten weniger zu tun haben. Aber in Großstädten gibt es viele einzelne Taxifahrer, die vom Bargeld abhängig sind. Bei denen wird das Geschäft extrem einbrechen“, glaubt Guido Heethey.

„In größeren Städten wird das für Taxifahrer ganz gefährlich und ein harter Kampf“, meint Adrian Cybulski beim Blick auf die neuen Anbieter. „Wir müssen jeden Monat so viel für Versicherungen für die Autos zahlen wie die vielleicht im ganzen Jahr“, verdeutlicht er einen möglichen Nachteil der klassischen Taxi-Unternehmen. In Dorsten werden die neuen Konkurrenten aber wohl keinen großen Einfluss nehmen können.

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