100 Jahre Volkshochschule: Wie sich die Erwachsenenbildung in Dorsten verändert hat

hzVHS Dorsten

Die Volkshochschule, die erste Adresse der Erwachsenenbildung, wird 100 Jahre alt. Das wurde am Freitagabend publikumswirksam gefeiert, auch in Dorsten. Denn es hat sich einiges verändert.

Dorsten

, 21.09.2019, 14:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Ausstellung im Foyer der VHS stellt die Geschichte seit 1919 nach. Am Freitag lud die VHS zur Vernissage ein. Moderiert wurde eine begleitende Talkrunde von Anke Klapsing-Reich aus dem VHS-Team.

In lockerer Talkrunde stimmten Gäste wie Bürgermeister Tobias Stockhoff, Amtsleiterin Sabine Podlaha, VHS-Leiter Bernd Sauerwein-Fox, Fotodesigner Karlheinz Strötzel, Geschichtslehrer Dr. Thilo Rissing und Schüler des Gymnasium Petrinum sowie langjährige Kursleiter der VHS mit viel Wissenswertem aus den vergangenen 100 Jahren auf die Ausstellung ein.

Lange Warteschlangen sind Geschichte

Viel hat sich verändert, einiges ist geblieben. Auf die Frage, was sich geändert habe, erinnert sich VHS-Leiter Bernd Sauerwein-Fox: „Als ich vor 31 Jahren anfing, gab es zur Kursanmeldung lange Warteschlangen. Das war nicht sehr kundenfreundlich. Heute kann man sich per Telefon oder auch online anmelden – und natürlich weiterhin persönlich vorbeikommen.“

100 Jahre Volkshochschule: Wie sich die Erwachsenenbildung in Dorsten verändert hat

Die Macher der Ausstellung, Bernd Sauerwein-Fox, Karl-Heinz Strötzel und Sabine Podlaha standen in der Talkrunde Moderatorin Anke Klapsing-Reich Rede und Antwort. © Ralf Pieper

Die Kursteilnehmer sind laut Sauerwein-Fox heute bunt gemischt hinsichtlich Herkunft und Nationalität. Und sie sind älter und weiblicher geworden: „Während zu meinen Anfängen rund 70 Prozent der Kursteilnehmer jung und männlich waren, sind heute 80 Prozent weiblich und viele davon in fortgeschrittenem Alter. Ein Spiegel unserer Zeit.“

5.000 Bilder auf der Speicherkarte

Fotodesigner Karl-Heinz Strötzel erklärte die Veränderung aus seiner Sicht als Kursleiter für Fotokurse: „Zu meinen Anfängen hatte man einen Rollfilm und musste unter zwölf Fotos das Beste heraussuchen. Dann kam der Kleinbildfilm und man hatte 36 Aufnahmen zur Auswahl und musste daraus eine Auswahl treffen. Heute hat man eine Speicherkarte mit 5.000 Aufnahmen in der Kamera. Wer in aller Welt soll da noch den Durchblick haben, welches Foto das Beste ist.“

Die Talkrunde schwelgte in Erinnerungen: Ergebnisse aus Töpferkursen vor 20 Jahren wurden gezeigt, Aerobic-Kurse aus den 80-ern, inspiriert von Jane Fonda, lebten wieder auf.

„Ohne die VHS hätte ich wohl kein gutes Abitur geschafft.“
Bürgermeister Tobias Stockhoff

Bürgermeister Tobias Stockhoff gestand, dass er niemals einen VHS-Kurs belegt hat, aber während seiner Schulzeit am Petrinum die Oberstufenkurse in der VHS stattfanden. „Ohne die VHS hätte ich wohl kein gutes Abitur geschafft.“

Zum Abschluss der Talkrunde durften Wünsche für die Zukunft der VHS geäußert werden. „Ich wünsche mir, dass unsere Volkshochschule weiterhin vielfältig bleibt, aber auch mehr Angebote für Jugendliche anstrebt“, so die Petrinum-Schülerin Lina Kempchen.

„Wir müssen alle Altersgruppen ansprechen“

VHS Leiter Bernd Sauerwein-Fox stimmte zu: „Wir müssen alle Altersgruppen ansprechen und auch die Smartphone-Generation erreichen.“ Amtsleiterin Sabine Podhala sagte: „Die Volkshochschule soll weiterhin ein Ort der Gemeinschaft, der Toleranz und der Persönlichkeitsförderung sein.“

100 Jahre Volkshochschule: Wie sich die Erwachsenenbildung in Dorsten verändert hat

Das Improtheater "Emscherblut" erheiterte das Publikum mit einem Feuerwerk an grotesken Geschichten. © Ralf Pieper

Nach diesen letzten Worten machte Violinenspiel darauf aufmerksam, dass die Performance des bekannten Impro-Theaters „Emscherblut“ nun im VHS-Forum beginnt. Auf Zuruf bestimmte das Publikum, wie Geschichten sich entwickeln und weitergehen.

Die Zuschauer erlebten, wie aus ihren Vorschlägen spannende und witzige Szenen entstanden. „Wenn ich nach einem Werkzeug frage, nennen Sie mir eins. Wenn ich nach der PIN ihrer EC-Karte frage, sagen Sie mir die“, forderten die Künstler ihr Publikum auf.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt