2,1 Millionen-Sanierung des Fördergerüstes der ehemaligen Zeche in Dorsten hat begonnen

hzFördergerüst

Mit einiger Verzögerung haben die Sanierungsarbeiten an einem wichtigen Bergbau-Wahrzeichen in Dorsten begonnen. Eine spannende Frage ist aber noch völlig offen.

Dorsten

, 14.06.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fuß des Förderturms ist bereits seit Tagen eingerüstet, schon bald kann mit der eigentlichen 2,1 Millionen teuren Sanierung des über 100 Jahre alten Fördergerüstes von Fürst Leopold begonnen werden. Noch ist aber die spannende Frage völlig offen, in welcher Farbe das Dorstener Bergbau-Wahrzeichen künftig zu sehen sein wird.

Immer wieder anders gestrichen

Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur – sie ist inzwischen Eigentümerin der Anlage – will das Fördergerüst mit Fördermitteln des Bundes und des Landes im historischen Farbton anstreichen lassen, doch der muss von Experten erst einmal gefunden werden. Denn im Laufe der Jahre ist das Bauwerk immer wieder neu gestrichen worden: „Grün in verschiedenen Tönen, Schwarz, Grau oder auch Dunkelrot – das sind die Farben, die man jetzt schon entdecken kann“, berichtet Gerd Schute, Vorsitzender vom Bergbauverein Dorsten, im jüngsten Newsletter des Vereins.

Stahlgerüst wird abgestrahlt

„Wir werden im Verlauf der Arbeiten Analysen durchführen, um die ursprüngliche Farbe zu ermitteln“, erklärt die Stiftung gegenüber der Presse. Als erste Maßnahme stehe zunächst das Abstrahlen des historischen Stahlgerüsts mit Strahlsand auf dem Programm. „Zu diesem Zweck wird das Objekt vollständig eingehaust, damit keine Farbpartikel der alten Lackschichten nach außen dringen können. Der bei den Arbeiten entstehende Staub wird sofort abgesaugt, verpackt und entsorgt.“ Beim vorsichtigen Abtragen der verschiedenen, im Laufe der Jahre erfolgten Anstriche kann der originale Farbton ermittelt werden, an dem sich dann der neue Anstrich orientiert.

Schadhafte Trägerteile werden ausgetauscht

Nachdem alle alten Farbschichten von den Stahlträgern abgetragen sind, werden Trägerteile, die geschädigt sind, denkmalgerecht ausgetauscht. Vermessungen des Gerüsts seien bereits erfolgt. Die moderne Lasertechnik lässt nach Angaben der Stiftung auch Aussagen über die Schädigungen der Stahlkonstruktion zu.

Gleichwohl werde Stück für Stück vor Ort begutachtet, um zu entscheiden, ob ein Austausch nötig ist. Zur Unterstützung der Arbeiten vor Ort wird am Fuß des Gerüsts eine Container-Werkstatt eingerichtet. Sind alle Trägerteile gesäubert und geschädigte ersetzt, kann mit dem neuen Anstrich begonnen werden.

Drei Schichten sind dabei vorgesehen, alle in anderen Farben, um zu gewährleisten, dass keine Stelle übersehen wird.

In Handarbeit mit Pinsel und Farbe

Dies erfolgt in weiten Teilen in Handarbeit, mit Farbe und Pinsel. Als erstes wird eine Schicht Korrosionsschutz aufgetragen, dann eine Farbschicht und zum Schluss die sichtbare Farbe. Die Sanierung des Fördergerüstes ist mit einiger Verzögerung gestartet. Denn zunächst mussten die Schächte des ehemaligen Bergwerks verfüllt und zum Reservestandort der Wasserhaltung der RAG entwickelt werden. Etwa zwölf Monate plant die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur für die Ausführung der Arbeiten ein. Nach Abschluss der Sanierung soll das Fördergerüst zudem eine Objektbeleuchtung erhalten und so auch bei Dunkelheit als Landmarke erkennbar sein.

Aussichtsplattform unrealistisch

Der Bergbauverein Dorsten hatte im Vorfeld optimistisch spekuliert, dass das Fördergerüst vielleicht mit einer Aussichtsplattform bestückt werden könne. Das scheint inzwischen allerdings unrealistisch zu sein, hat Vorsitzender Gerd Schute erfahren. „Dagegen sprechen Argumente des Denkmalschutzes und nicht zuletzt auch die Kosten, denn dazu müsste entweder ein komplett neuer Treppenaufgang installiert oder ein Fahrstuhl neben das Fördergerüst gesetzt werden.“

Lesen Sie jetzt