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Volle Windeln hinterm Fahrersitz: Gammelauto ohne Kennzeichen steht seit einem Jahr herum

hzFahrzeugstilllegung

Ein Auto ohne Kennzeichen steht seit einem Jahr auf der Droste-Hülshoff-Straße. Von außen noch hui, von innen pfui: Volle Windeln, Müll unterm und auf den Sitzen - Anwohner sind stinkig.

Dorsten

, 16.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Mitten in einer gepflegten Wohnsiedlung an der Droste-Hülshoff-Straße steht ein Auto. Ein Ford Fiesta älteren Baujahrs. Das ist nicht weiter schlimm. Als schlimm empfinden Anwohner aber, dass der Wagen keine Kennzeichen mehr hat. Und dass sich im Fahrzeuginneren eine Ansammlung von widerwärtigem Müll befindet. „Volle Kinderwindeln und Abfälle“, beschwert sich eine Hardterin. Sie beklagt zudem, dass die Behörden nichts unternehmen, damit das Fahrzeug endlich von der Straße verschwindet.

Volle Windeln hinterm Fahrersitz: Gammelauto ohne Kennzeichen steht seit einem Jahr herum

Das sieht abstoßend aus: Im Auto türmt sich der Müll, darunter volle Windeln und ein Kuscheltier. © Claudia Engel

Das ist aber wohl gar nicht so einfach. Obwohl der Halter den Behörden bekannt ist, liegt die Tücke im Detail. Laut Auskunft der Stadt sei der Wagen noch angemeldet, aber der TÜV sei abgelaufen. „In so einem Fall sind die Straßenverkehrsbehörden, also der Kreis Recklinghausen, zuständig“, sagt Stadtsprecher Ludger Böhne. Der Kreis müsse eine Stilllegung veranlassen, erst dann könne von der Stadt Dorsten ein Verfahren wegen unerlaubter Sondernutzung in Gang gesetzt werden.

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Die Hardter Beschwerdeführerin sagte gegenüber der Dorstener Zeitung, dass Behördenvertreter mehrfach vor Ort gewesen seien. „Es kann doch nicht sein, dass sich hier trotzdem nichts rührt“, meint sie.

Dass sich nichts tut, kann aber durchaus passieren, sagt indes die Stadt. In kurzer Zeit, das Ärgernis aus dem Weg zu räumen, hänge im hohen Maß von der Kooperationsbereitschaft des Fahrzeughalters ab. Und die ist laut Auskunft des Kreises nicht gegeben.

Fahrzeug war schon im August nicht mehr versichert

Kreispressesprecher Jochem Manz sagt, dass für das Fahrzeug seit dem 26. Juli 2018 keine Haftpflichtversicherung mehr bestehe. „Der Kreis Borken hat daher die zwangsweise Außerbetriebssetzung angeordnet und den Kreis Recklinghausen um Amtshilfe gebeten, da der Halter nach Dorsten gezogen ist“, so Manz.

Der Kreis habe am 6. August 2018 den eigenen Ermittlungsdienst auf den Fall angesetzt. Der habe den Halter unter seiner neuen Dorstener Anschrift aufgefordert, das Fahrzeug umzuschreiben. „Die Ermittler haben viermal sowohl am Abstellort des Autos als auch an der Adresse des Halters Nachrichten hinterlassen.“

Fahrzeug gilt rechtlich als zugelassen

Weil der Halter sich nicht rührte, wurde Ende August 2018 der Betrieb des Fahrzeuges untersagt, am 5. September 2018 ein Zwangsgeld festgesetzt und schließlich „die zwangsweise Außerbetriebsetzung des Autos“ angeordnet, sprich die Kennzeichen abgeschraubt. „Alle Verfügungen wurden amtlich zugestellt“, sagt Jochem Manz. Und: „Weitere Außendienstbesuche liefen ins Leere und wurden vom Halter missachtet.“ Da das Fahrzeug rechtlich noch als zugelassen gilt, habe die Zulassungsbehörde, also der Kreis, keine weiteren Möglichkeiten.

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