258 Plakate weg: AfD Dorsten erstattet Strafanzeige

hzKommunalwahl 2020

Der Streit um die Wahlwerbung der AfD in Dorsten eskaliert: 258 Plakate der Partei sollen abgehängt und gestohlen worden sein. Die AfD hat Strafanzeige erstattet und äußert einen Verdacht.

Dorsten

, 01.09.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenige Tage vor der Kommunalwahl hat der Streit um Wahlplakate der AfD in Dorsten eine neue Dimension erreicht: Nach der Diskussion um die Plakatierung in unmittelbarer Nähe des Wohnhauses von Bürgermeister Tobias Stockhoff (CDU) in Wulfen beklagt die AfD nun den Verlust von 258 Plakaten.

An 30 Straßen im gesamten Stadtgebiet Dorsten sind nach Angaben der AfD Plakate verschwunden, „allein in der kleinen Straße des Bürgermeisters wurden zwölf Plakate abgenommen und gestohlen“. Die AfD hat bei der Staatsanwaltschaft Essen am 25. August Anzeige erstattet und Strafantrag gestellt.

„Systematisch alle Straßen abgefahren“

Wie der stellvertretende Sprecher des Dorstener Stadtverbandes, Heribert Leineweber, auf Anfrage mitteilte, hat die AfD „systematisch alle Straßen abgefahren und kontrolliert“. Den materiellen Wert beziffert er mit „knapp 800 Euro“. Etwa 400 Plakate habe die AfD bislang in Dorsten aufgehangen. „Wir verfügen aktuell noch über eine kleine Reserve, die nachplakatiert wird.“

Dass Wahlplakate schon nach kurzer Zeit beschädigt werden, ist für alle im NRW-Landtag vertretenen Parteien nichts Neues, wie die Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Man sei darauf eingestellt, Plakate ersetzen zu müssen, sagte eine Sprecherin des CDU-Landesverbandes. Ein Sprecher der Grünen sagte, dass es besonders schade um die Arbeit der Plakatierer sei, die oft ehrenamtlich arbeiteten. „Für Kritik an uns gibt es geeignetere Kanäle.“

In einer Pressemitteilung stellt die AfD in Dorsten eine Mitschuld des amtierenden Bürgermeisters Tobias Stockhoff in den Raum: „Wir wissen nicht, ob der Facebook-Post des Bürgermeisters ursächlich ist, ein Zusammenhang lässt sich jedoch nicht ausschließen.“

„Liebe Nachbarn, sorry ...“

Stockhoff hatte ein AfD-Plakat vor seiner Haustür fotografiert, verfremdet und bei Facebook mit dem Hinweis gepostet: „Liebe Nachbarn, sorry, dass Ihr jetzt noch ein paar Wochen Wahlplakate in einer kleinen, 200 Meter langen Stichstraße ertragen müsst.“

Auch den Bürgermeisterkandidaten von Die PARTEI, Simon Rodriguez Garcia, macht die AfD indirekt für den Plakatdiebstahl mitverantwortlich. Schließlich habe er ja bei Facebook dem Bürgermeister seine Hilfe angeboten.

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