AfD-Veranstaltung in Dorsten: Wie Bürgermeister, Politiker und Bürgerinitiative reagieren

hz„Bürgerdialog“ der AfD

Die AfD plant eine öffentliche Veranstaltung in einer Schul-Aula in Dorsten. Bürgermeister und Politiker finden deutliche Worte, eine Bürgerinitiative will kreativ reagieren.

Dorsten

, 28.08.2019, 14:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jeder kann kommen zum „Bürgerdialog“ der AfD mit drei Bundestagsabgeordneten am 17. September in der Petrinum-Aula - ohne gesonderte Einladung. Das hat Dorstens AfD-Sprecher Marco Bühne am Dienstag betont. Bürgermeister Tobias Stockhoff und die Ratsmitglieder hat er dann aber doch gesondert angeschrieben.

„Es besteht im Anschluss an die Vorträge natürlich die Möglichkeit zur Diskussion, an der Sie gegebenenfalls auch gerne teilnehmen wollen“, schrieb Bühne in einer E-Mail ans Bürgermeisterbüro. Auf Nachfrage der Redaktion stellte Tobias Stockhoff am Mittwoch klar, dass er nicht kommt, auch nicht kommen kann. Zum einen sei „die politische Neutralität eines Bürgermeisters als Amtsträger zu beachten“, aber Stockhoff lehnt eine Teilnahme auch aus privaten Gründen ab.

Bürgermeister lehnt Besuch auch privat ab

„Die Haltung von Teilen der AfD in vielen politischen Themenfeldern (z. B. Menschenwürde) sowie ihre Rhetorik sind mit meiner Mitgliedschaft in der Christlich Demokratischen Union Deutschlands und dem damit verbundenen Bekenntnis zu einem christlichen Menschenbild nicht vereinbar“, betonte Stockhoff am Mittwoch.

„Sehr kreativ zeigen“ will sich das Bündnis „Wir in Dorsten gegen Rechts“ am 17. September. Die Gruppe, die im Vorfeld der Europawahl an mehreren Samstagen auf dem Marktplatz gegen Rechtspopulismus demonstriert hatte, plant eine eigene Veranstaltung, bestätigte Initiatorin Ruth Lange am Mittwoch. „Aber nicht im Umfeld der AfD-Veranstaltung, weil wir die Partei nicht in den Mittelpunkt rücken möchten und verhindern wollen, dass sie sich wieder in die Opferrolle zurückzieht.“

„Deutlich abgrenzen“

Auch die allermeisten Ratsmitglieder werden wohl der AfD-Veranstaltung fernbleiben. CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Schwane will sich „deutlich von den bekannten Zielen gewisser Leute in dieser Partei abgrenzen“. Spätestens nach der Kommunalwahl müsse es dann aber eine parlamentarische Auseinandersetzung mit der AfD geben - „davor ist mir nicht bange“.

Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragemann will „mit diesem Trümmerhaufen“ nur auf neutralem Boden diskutieren. Die Parteichefin der Sozialdemokraten, Jennifer Schug, kann eine „gewisse Neugier, wer zu der Veranstaltung kommt“, nicht verhehlen, wird aber auch nicht in die Petrinum-Aula kommen.

Die FDP macht es ebenso, weil es keinen kommunalpolitischen Bezug gebe und sie den Eindruck habe, „dass es nicht um Inhalte, sondern um Skandalisierungen geht“, so Fraktionsvorsitzender Tristan Zielinski. Grüne und Linke verzichten ebenfalls auf einen Besuch der AfD-Veranstaltung und werden am 17. September wohl die Alternativ-Veranstaltung unterstützen.

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