Alles Gold, was glänzt

Engelbert Bellendorf versteht sein filigranes Handwerk

17.05.2007 / Lesedauer: 2 min

Das ungewöhnliche Gebäude ist das Markenzeichen für den erwachsenen Bellendorf geworden. Vor neun Jahren machte sich der heute 34-Jährige hier selbstständig - als damals jüngster Goldschmied-Meister in NRW. Keine Schachtel, keine Rechnung, auf der seitdem nicht die Umrisse seines Geschäftes zu sehen sind. ?Ich glaube an den Standort Dorsten?, sagt er optimistisch. Nicht wenige, die ihn damals belächelt haben. Die Recklinghäuser Straße galt als Stiefkind der Innenstadt, ?aber es war ja klar, dass sich hier etwas ändern würde?. Der Mittelabschnitt wurde gebaut, das Globus-Warenhaus (jetzt Toom) sorgte für Belebung. Doch noch wichtiger ist Bellendorf stets der Umgang mit seinen Kunden gewesen. ?Nur die Tür aufhalten, damit ist es doch nicht getan.? Aus diesem Grund ist der Chef meist selbst im kleinen Verkaufsraum anzutreffen, der alle sechs Wochen geschickt umdekoriert wird. Bellendorf berät, informiert. Über Ketten und Ringe, Armreifen und Broschen. Von ausgesuchten kleinen Manufakturen werden sie angefertigt oder von seinem eigenen Team ?mit 585er Gold aufwärts?, das sich ebenso auf das filigrane Handwerk versteht und deshalb auch Reparaturen erledigt oder alte Erbstücke umarbeitet. Und natürlich verkauft Bellendorf auch. ?Ich bin ganz zufrieden?, sagt er vorsichtig. Drei Angestellte und drei Aushilfen beschäftigt der meisterhafte Goldschmied mittlerweile. Für einen Auszubildenen allerdings fehlt schlichtweg der Platz. Aber deshalb ein neues Geschäftslokal suchen?. Ohne das markante Treppendach, ohne die schicken Rundbögen-Fenster? Dann wäre wohl selbst für Engelbert Bellendorf nicht mehr alles Gold, was glänzt. Stefan Diebäcker

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