Dorstens Sozialbericht entblößt den Kern sozialer Benachteiligung

Analyse und Hintergrund

Der erste Dorstener Sozialbericht ist ein wertvolles Instrument: Auf 360 Seiten wird analysiert, wo in Dorsten Kinder sozial benachteiligt sind. Er liefert Impulse für Veränderungen.

Dorsten

von Dorstener Zeitung

, 01.02.2021, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sozialplanerin Claudia Brüggemann

Sozialplanerin Claudia Brüggemann © Stadt Dorsten

„Lebenslagen der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien in Dorsten“ heißt der erste Sozialbericht, den die Stadt in der nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses (Mittwoch, 3. Februar, 17 Uhr, Gemeinschaftshaus Wulfen) erstmals vorlegt. Nach Beratungen in weiteren Fachausschüssen steht der endgültige Beschluss auf der Tagesordnung der Ratssitzung im März.

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Das Ergebnis von zwei Jahren intensiver Arbeit umfasst 360 Seiten, bietet in knapp 150 Tabellen und Diagrammen, Fachbeiträgen und Analysen umfangreiche Informationen zu vielen Themenfeldern, erläutert bestehende Projekte und schlägt sozialpolitische Leitziele vor.

„Bildung ist der Schlüssel für Teilhabe“

Claudia Brüggemann, Expertin für Integrierte Strategische Sozialplanung, Lotsin im „Haus der sozialen Leistungen“ der Stadt Dorsten und federführende Verfasserin des Sozialberichts: „Letztlich ist Bildung der Schlüssel für Teilhabe. Eine Integrierte Sozialplanung liefert darum nicht nur Zahlen, sondern schaut genauer hin.

Erstmals haben wir für diesen Bericht untersucht: Welche Bildungs- und Berufsabschlüsse haben die Eltern, welche familiären Hintergründe wie Einkommen, Sprache oder Bildung der Eltern beeinflussen das Aufwachsen von Kindern und wie verläuft ihr Bildungsprozess vom Kindergarten, über Grund- und weiterführende Schule bis zum Abschluss in Klasse 10.“

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Der Bericht bietet dabei keine abschließenden Antworten auf soziale Fragestellungen und er wird auch nicht unmittelbar sichtbare Ergebnisse für Betroffene und Gesellschaft liefern. Vielmehr gibt er Impulse für die soziale Weiterentwicklung der Stadt.

Sozialbericht schärft das Bewusstsein für Familien

Nina Laubenthal, Erste Beigeordnete und Sozialdezernentin: „Der Sozialbericht soll das Bewusstsein und Wissen über die Lebenssituationen von Familien in unserer Stadt schärfen. Unsere Aufgabe ist es nun, die gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen und in unser tägliches Handeln zu überführen.“

Bürgermeister Tobias Stockhoff ist wichtig, dass der Sozialbericht nicht nur ein Werkzeug für Politik und Verwaltung ist, sondern für die gesamte Bürgerschaft: „Das Zusammenwirken von Partnern, die unterschiedliche Kompetenzen und Ressourcen mitbringen, ist der Schlüssel zur Lösung vieler Herausforderungen.“

Der Sozialbericht ist für die nächsten Jahre eine wesentliche Arbeitsgrundlage für Verwaltung, Politik und weitere Akteure, um soziale Fragen in künftigen Planungen und Strategien auf Grundlage verlässlicher Fakten über reale Lebenswirklichkeiten zu berücksichtigen. Die Daten werden fortlaufend aktualisiert und der Sozialbericht wird alle fünf bis sieben Jahre neu aufgelegt.

Sozialbericht

Beitrag zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung

  • Mit dem Stadterneuerungsprogramm „Wir machen Mitte“ hat Dorsten den Weg zu einer gesamtstädtische Sozialplanung sowie integrierten sozialräumliche Strategien begonnen. Für die Erstellung des Sozialberichts und den Aufbau eines Datenmonitorings bewilligte das Land Nordrhein-Westfalen durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales ab 2019 Zuschüsse aus dem Förderprogramm „Zusammen im Quartier“, das auch den Baustein „Daten zu Taten“ enthält.
  • Letztendlich ist der Bericht ein Beitrag zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung insbesondere in sozial benachteiligten Stadtteilen.
  • Die Beschlussvorlage für den Jugendhilfeausschuss sowie der vollständige Bericht sind zu finden auf der Internetseite www.dorsten.de/sozialbericht
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