Coronavirus bei Schlachthof-Mitarbeitern: Wohnen Gruppen in Dorsten?

hzAnfrage der SPD Wulfen

Die hundertfachen Corona-Infektionen von osteuropäischen Mitarbeitern in Schlachthöfen sind alarmierend. Auch in Dorsten läuten die Alarmglocken. Die Stadt warnt vor voreiligen Schlüssen.

Wulfen-Barkenberg

, 12.05.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Swen Coralic ist SPD-Ratsherr für Wulfen. Ihn haben die zahlreichen Corona-Infektionen von rumänischen und bulgarischen Arbeitern in Westfleisch-Schlachthöfen alarmiert. Er erinnert sich an Gruppen von Beschäftigten, die in Wulfen-Barkenberg gewohnt haben.

In einem Schreiben an Bürgermeister Tobias Stockhoff will Coralic wissen, wie viele der Westfleisch-Beschäftigten in Dorsten oder Wulfen wohnen, wie ihre Wohnverhältnisse sind und welche Notfallmaßnahmen die Stadt Dorsten gegebenenfalls umsetzt.

Swen Coralic führt in seinem Schreiben aus: „In den vergangenen Tagen haben sich zahlreiche Bürger bei uns gemeldet und nachgefragt, ob auch die Subunternehmer, die am Handwerkshof leben bzw. gelebt haben, betroffen sind.“

Nachfrage entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand

Die Kreisverwaltung bestätigt das nicht. Ihre Informationen leitete Tobias Stockhoff umgehend weiter an Coralic, nachdem dieser ihm geschrieben hatte. „Die Auskünfte, die wir bisher vom Kreis Recklinghausen zu Wohnungen von Westfleisch-Mitarbeitern erhalten haben, sowie die vorliegenden Einwohnermeldedaten entsprechen nach aktuellem Stand nicht (mehr) den von Ihnen gemachten bzw. wiedergegebenen Schilderungen. Wir nehmen diese Hinweise aber sehr ernst und prüfen sie.“

In diesem Zusammenhang warnt die Stadt die Bürger vor voreiligen Schlüssen und den Generalverdacht gegen Bevölkerungsgruppen. „Es ist davon auszugehen, dass sich nach den Lockerungen der Corona-Schutzbestimmungen aus jeder Ansammlung von Menschen ein neuer Hotspot entwickeln kann. Wichtig bleibt, diese früh zu identifizieren und angemessen darauf zu reagieren.“

Keine Gruppen von Westfleisch-Mitarbeitern in Dorsten

Der Landrat des Kreises Recklinghausen habe bestätigt, dass nach Auskunft der Firma Westfleisch „keine dort im Betrieb beschäftigten Personen in Gruppenunterkünften (mehr als zwei Personen) im Dorstener Stadtgebiet untergebracht sind“. Nach Recherchen der Dorstener Bauordnung sei es nicht zu Umzügen innerhalb des Quartiers in Barkenberg gekommen. Auch die Meldedaten im Bereich Wulfen seien unauffällig.

Sollte es zu Corona-Infektionen (auch in Kreisen von Erntehelfern) kommen, setzt die Stadt Dorsten die vom Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen angeordneten Maßnahmen um bzw. durch. Sollten größere Einrichtungen (wie die ZUE an der Bochumer Straße) betroffen sein, könne die Stadt Dorsten aus ihrem Materiallager für Notlagen innerhalb von zwei bis fünf Stunden die Sicherstellung mit Schutzausstattung und Desinfektionsmitteln gewährleisten, sofern die eigentlich zuständigen Stellen nicht zeitnah reagieren könnten.

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