Angriff mit Machete in Nähe des Eissporthalle - Dorstener schweigt

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Ein Mann aus Dorsten geht zur Polizei und erzählt, dass er mit einer Machete angegriffen und ausgeraubt wurde. Jetzt steht einer der mutmaßlichen Täter vor Gericht - zum zweiten Mal.

Dorsten/ Essen

, 26.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es stimmt, was in der Anklage steht, dann muss es ein beängstigendes Bild gewesen sein: Im Februar 2019 soll ein Mann aus Dorsten mit einer Machete auf seinen Kontrahenten losgegangen sein. Dafür war er später zu neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Doch der Bundesgerichtshof hat das Urteil wieder aufgehoben. Deshalb wird der Fall seit Mittwoch noch einmal ganz neu aufgerollt.

„Ich werde schweigen“

Als der inzwischen 29-Jährige am Morgen neben seinem Verteidiger Heinz-Walter Lindemann auf der Anklagebank Platz nahm, machte er gleich klar, dass von ihm keine Kooperation zu erwarten ist. „Ich werde schweigen“, sagte er auf die Frage der Richter, ob er sich zu den Vorwürfen äußern wolle.

Nur zu seinem Lebenslauf gab er ein paar dürftige Informationen preis: geboren in Algerien, ausgebildet zum Bäcker und zum Kfz-Mechaniker, 2015 über Spanien und Frankreich nach Deutschland eingereist, dann schnell in Dorsten gelandet.

Tritte vor Kopf und Körper

Der Überfall soll sich in der Nähe der Eishalle ereignet haben. Laut Anklage war der 29-Jährige mit drei weiteren Männern unterwegs. Es war der 13. Februar 2019 gegen 23 Uhr. Der 29-Jährige war angeblich auf dem Heimweg, als er auf der Crawleystraße auf das spätere Opfer getroffen sein soll. „Er hielt eine Machete in der Hand und ging mit erhobenen Armen auf den Geschädigten zu“, heißt es in der Anklage der Essener Staatsanwaltschaft. Es soll zu einem Gerangel gekommen sein, dann hat einer der offenbar bis heute nicht ermittelten Mittäter dem bereits am Boden liegenden Mann angeblich auch noch vor Kopf und Körper getreten.

Angeklagter will einen Freispruch

Tatplan laut Anklage: ein Raubüberfall. Und tatsächlich sollen dem Opfer später rund 450 Euro und ein Handy abgenommen worden sein. Genau damit will der Angeklagte aber offenbar nichts zu tun haben. „Unser Ziel ist ein Freispruch“, so Verteidiger Lindemann.

Vor Gericht kommt es damit nun entscheidend auf die Aussage des mutmaßlichen Opfers an. Doch der Mann aus Dorsten tauchte am Mittwoch gar nicht erst auf – trotz Zeugenladung.

Bußgeld und Polizei-Unterstützung

Und das hat nun Konsequenzen. Die Richter haben nicht nur ein Bußgeld von 150 Euro verhängt (ersatzweise drei Tage Ordnungshaft), sondern werden nun auch die Polizei verständigen. Sie sollen den Zeugen zum nächsten Verhandlungstag zum Essener Landgericht bringen. Die 16. Strafkammer hatte für den Prozess eigentlich nur zwei Verhandlungstage bis zum 2. September vorgesehen. Nun wird das Verfahren aber wohl doch etwas länger dauern.

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