Anwohner lehnen Kreisverkehr als unnötig ab

Ausbau der Luisenstraße

Zum geplanten Ausbau der Luisenstraße haben alle betroffenen Anwohner eine einhellige Meinung: „Wir lehnen die Einrichtung eines Kreisverkehrs, der an der Kreuzung Bismarck-/Luisenstraße/Möllenweg eingerichtet werden soll, als unnötig ab“, verweisen Christian Plümpe und Rolf Jungwald von der Interessengemeinschaft (IG) Luisenstraße auf 56 Unterschriften, die sie diesbezüglich gesammelt haben.

Holsterhausen

von Anke Klapsing-Reich

, 01.09.2017, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Anwohner lehnen Kreisverkehr als unnötig ab

An der abknickenden Vorfahrt Bismarckstraße/Luisenstraße soll nach Planung der Stadt ein Kreisverkehr entstehen. Das stößt auf einhellige Ablehnung aller Anwohner. © Foto: Anke Klapsing-Reich

Anfang Juli wurden die Pläne zum Ausbau der Luisenstraße bekannt: Mit der notwendigen Sanierung der Straße möchte die Stadt den ebenfalls notwendigen Neubau der Brücke über den Hammbach im Verlauf der Luisenstraße sowie die Einrichtung des oben genannten Kreisverkehrs verbinden. Dazu kramten die Planer noch einmal die alten Pläne von 2006 zum Kreisverkehrprogramm heraus, in dem dieser Standort bereits für einen Kreisverkehr vorgesehen war.

Verkehrsberuhigung

Der Kreisverkehr trage zur Verkehrsberuhigung bei, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Auch die Erhaltung der Grünflächen am Straßenrand, die derzeit als Parkfläche missbraucht würden, dienten der Verkehrsberuhigung, denn künftig sollen Autos auf der Fahrbahn geparkt werden.

Die IG Luisenstraße teilt die Argumente nicht: „Kreisverkehre werden eingerichtet, um den Verkehr sicherer und flüssiger zu gestalten, um oft unnötige Wartezeiten an Ampeln zu vermeiden und um Gefahrenstellen zu entschärfen – doch all dies trifft bei uns nicht zu“, fasst Rolf Jungwald seine Gegenargumente zusammen: „Es gilt die sichere Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h.

Keine Unfälle

Unfälle gibt es nicht. Der Hauptverkehr wird flüssig über die abknickende Vorfahrt geführt. Fußgänger haben kurze Wege von einer Straßenseite zur anderen.“ Die 2006 mit 200 000 Euro kalkulierten Kosten dürften sich heute deutlich erhöhen: „Eine solche Summe könnte in Dorsten sinnvoller investiert werden“, sind sich die Anwohner sicher.

Zickzack-Kurs um die Autos

Die mit der Einrichtung eines Kreisverkehrs verbundene Verlegung der Bushaltestelle Richtung Hammbach sowie die Heckenanpflanzungen in die zurzeit als Parkplätze genutzten Lücken zwischen den Bäumen lehnt die IG Luisenstraße ebenfalls ab. „Wenn unsere Kinder dann im Zickzack um die auf der Straße geparkten Autos laufen müssen, ist das viel zu gefährlich“, fürchtet Christian Plümpe. Für die Erneuerung der Straße werden die Anlieger an den Kosten beteiligt. Brücke und Kreisverkehr werden aus Fördermitteln und Eigenanteilen der Stadt finanziert, informiert die Verwaltung.

Unterstützung erhält die IG Luisenstraße auch von der Initiative Zukunft Marienviertel: „Wir halten den Kreisverkehr ebenfalls für unnötig“, sagt Johannes Wulf auf unsere Anfrage. Angestoßen durch die Diskussion greife die Initiative aber einen Gedanken auf, der schon bei den beiden Bürgerversammlungen 2016 und der Ideenwerkstatt 2017 eine Rolle gespielt habe: „Wir brauchen ein kluges Verkehrskonzept für das gesamte Marienviertel“, möchte der Initiativkreis das Thema Luisenstraße nicht solitär betrachten, sondern in einen größeren Zusammenhang stellen.

Zu einem Bürgerinformationsabend lädt die Stadt am 25. September (Montag), 18 Uhr, in „Das Leo“ (Fürst-Leopold-Allee 70) ein. Die Ausbau-Pläne liegen vom 18. bis 29. September öffentlich im Rathaus aus: Halterner Straße 5, Flur 2. Etage. Hinweise sind aber auch nach der Auslegungsfrist noch möglich. Ein Übersichtsplan zum Ausbau ist auf der Internetseite der Stadt unter Aktuelles und im Fachbereich Umwelt- und Planungsamt/Verkehrsabteilung zu finden.
www.dorsten.de
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