Angeln liegt in Corona-Zeiten im Trend. © Helmut Scheffler (A)
Angel-Boom

Auch in Dorsten wollen immer mehr an Flüssen und Seen angeln

Angeln ist ein Hobby, das in Corona-Zeiten immer mehr Menschen für sich entdecken. Die drei Dorstener Angelvereine berichten, welche Erfahrungen sie bislang damit gemacht haben.

Angeln liegt in der Corona-Zeit im Trend. Viele Landesverbände in Deutschland vermelden deutlich steigende Anmeldezahlen. Auch in Dorsten gibt es drei Angelvereine. Welche Auswirkungen spüren sie im Alltag?

Dauerhafter Boom? Björn Bege ist skeptisch

„Wir haben viele Anfragen von Leuten, die Mitglied werden wollen“, berichtet Björn Bege, Vorsitzender des ASV Dorsten. Es gebe keine Begrenzung, jeder könne im Moment Mitglied werden. An der Lippe und dem Kanal, den Gewässern, die er regelmäßig als Aufseher abfährt, treffe man aber in der Regel wenige Angler an. Der Lehrgang in Vorbereitung auf die Fischereischeinprüfung im vergangenen Sommer konnte stattfinden, auch in diesem Jahr sieht es gut aus.

Björn Bege ist Vorsitzender des ASV Dorsten.
Björn Bege ist Vorsitzender des ASV Dorsten. © privat © privat

Einen dauerhaften Boom für das Angeln vermutet Björn Bege aber nicht. „Beim Angeln hat man wenig Kontakt zu anderen und kann zu zweit leicht Abstände einhalten. Bei den meisten wird Angeln nach Corona aber in die zweite Reihe treten, wenn man wieder mehr mit der Familie unternehmen kann“, glaubt er.

„Die Leute erkennen grundsätzlich, dass Angeln ein Hobby ist, das man permanent ausüben kann. Die Nachfrage ist ungebrochen“, meint Dr. Martin Lücke, Vorsitzender des ASV Pinn-Wipp in Holsterhausen. Der Verein verzeichnet regelmäßige Neuaufnahmen, die Zahl sei in diesem und dem letzten Jahr aber nicht auffällig gestiegen. Dagegen seien am Blauen See, dem Vereinsgewässer, mehr Angler unterwegs als vor der Pandemie.

Erwerb des Fischereischeins braucht Zeit

Aber nicht jeder, der das Angeln neu für sich entdeckt, kann auch direkt Fische fangen. „Man muss erst eine Fischereischeinprüfung ablegen, die nur einmal im Jahr stattfindet. Vorher gibt es einen Lehrgang über 15 Wochenenden. Das braucht schon etwas Vorlauf“, erläutert Martin Lücke. Er glaubt, auch mit Blick auf sein anderes Hobby mit Zulauf, die Jagd, dass es viele auch in Zukunft verstärkt in die Natur zieht. „Die Leute entwickeln ein anderes Gefühl für Natur und Selbstversorgung“, beobachtet er.

„Ich habe auch vom Angelboom im Radio gehört“, scherzt Joachim Hebestreit, der Vorsitzende des ASV Wulfen. An den Vereinsgewässern, unter anderem dem Barkenberger See, treffe man aber fast immer die gleichen, altbekannten Gesichter. „Wir haben vielleicht 10 bis 15 Fremdangler im Jahr“, schätzt er. Auch der Mitgliederstamm des mit rund 80 Mitgliedern vergleichsweise kleinen Vereins sei sehr konstant. Die Faszination für sein Hobby erklärt Joachim Hebestreit so: „Wir gehen häufig mehrere Tage angeln. Da geht es nicht nur darum, Fische zu fangen, sondern vor allem um das Beisammensein.“

Das Vereinsleben, das in allen Vereinen während der Pandemie kaum möglich war, soll jetzt langsam wieder in Gang kommen. Darauf freuen sich die Vorsitzenden, der ASV Dorsten will zum Beispiel zeitnah wieder sein Vereinsheim öffnen.

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