Auf dem Sprung

Zeitarbeitsmesse im Lippetor-Center war ein voller Erfolg / 1. Vertrag nach 20 Minuten

24.05.2007 / Lesedauer: 3 min

Denn der 30-jährige Dorstener wurde gestern auf der ersten von der Vestischen Arbeit und WinDor organisierten Zeitarbeitsmesse im Lippetor-Center als leuchtendes Beispiel hervorgehoben. Zeitarbeit, einstmals verpönt, bietet nämlich aus seiner Sicht gute Chancen. «Wer flexibel ist und kein Problem hat, immer neue Kollegen kennen zu lernen, kommt gut klar», zog der gelernte Holzmechaniker nach einem Jahr Bilanz. Sven Grütjen (Foto) könnte bald viele Nachahmer finden. Denn die Resonanz auf die Messe war enorm. Ganze 20 Minuten dauerte es am Morgen, da war der erste Arbeitsvertrag unterschrieben. Weitere Abschüsse folgten im Laufe des Tages. Über 1150 Arbeitnehmer wurden bis zum Abend gezählt, die meisten sprachen bei mehreren der zwölf beteiligten Zeitarbeitsfirmen vor. Gerda Mönich (Zeitarbeit Thiele) räumte schon zur Mittagszeit stellvertretend für ihre Kollegen ein. «Mit diesem Ansturm hatten wir nicht gerechnet.» Bürgermeister Lambert Lütkenhorst sah sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass «der Aufschwung Dorsten erfasst hat». Wichtig sei es, die Zeitarbeit «aus dem gesellschaftlichen Nebel herauszuholen», denn sie biete ausgebildeten Facharbeitern und Ungelernten gleichermaßen eine Perspektive. Tatsächlich ist der Bedarf riesig, ein Ende der Entwicklung nicht abzusehen. Maria Wilkes, Leiterin der Agentur für Arbeit in Dorsten, registrierte seit Jahresbeginn über 1300 offene Zeitarbeits-Stellen im Bezirk Recklinghausen. «Ich ermuntere alle, sich um solche Stellen zu bewerben. Sie können ein Sprungbrett für Arbeit sein.» Seit 2003 werden in der Personaldienstleistungsbranche Tariflöhne gezahlt, ab 2008 wird hier zum Personaldienstleistungs-Kaufmann ausgebildet. Die Vorteile der Zeitarbeit vermitteln, die Vorurteile abbauen - diese Ziel hat die Messe aus Sicht von Ernst-Peter Bergmann, Leiter der Vestischen Arbeit in Dorsten, erreicht. «In unserer Stadt gibt es 5000 Menschen, die Arbeit brauchen. Zeitarbeit sollte in die berufliche Überlegung einbezogen werden.» Sven Grütjen denkt derweil schon weiter. Nichts gegen Zeitarbeit, sagte er gestern, aber wenn er eines Tages bei einer Firma, bei der er ausgeholfen hat, einen festen Job fände, wäre es noch viel besser. dieb www.vestische-arbeit.de

Lesen Sie jetzt