Täter bricht Feuerwerks-Container auf und jagt mit Böllern Zigarettenautomaten in die Luft

hzGerichtsprozess

Er knackte einen mit Böllern randvoll gefüllten Übersee-Container auf dem Hof eines Baumarktes in Dorsten und sprengte einen Zigarettenautomaten in die Luft. Nun wurde der Täter verurteilt.

Dorsten

, 08.01.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine höchst gefährliche und explosive Tat, die ein 22-jähriger Dorstener und sein Komplize Anfang des Jahres 2019 im Dorstener Stadtteil Hardt begangen haben: In der Nacht zum Sonntag (16. Januar) jagten sie einen Zigarettenautomaten an der Raiffeisenstraße/Rybniker Straße in die Luft und zerstörten ihn dabei völlig.

Böller für rund 10.000 Euro gestohlen

Am Mittwoch musste sich der inzwischen 23-Jährige vor dem Dorstener Schöffengericht für diese Sprengung und für eine weitere Tat verantworten. Gemeinsam mit seinem Kompagnon (der demnächst wegen diesem und weiterer Vorwürfe einen Prozesstermin vor dem Essener Landgericht hat) soll der junge Dorstener nämlich gut zwei Wochen zuvor einen Überseecontainer am Hellweg-Baumarkt in Hervest geknackt und daraus Feuerwerkskörper im Wert von rund 10.000 Euro gestohlen haben.

Täter bricht Feuerwerks-Container auf und jagt mit Böllern Zigarettenautomaten in die Luft

Der aufgebrochene Container stand im Außenbereich des Hellweg-Baumarkts an der Marler Straße. © Guido Bludau

Der Angeklagte räumte im Gerichtssaal ohne Umschweife alle Vorwürfe ein. Demnach hatte das Duo kurz vor dem offiziellen Verkaufsstart der Böller drei Tage vor Silvester den Container mit einer Metallsäge aufgeschnitten und die Feuerwerkskörper entwendet. „Einige dieser Böller haben wir dann für die Sprengung des Automaten benutzt“, erklärte der 23-Jährige.

Gewaltige Detonation

Die Detonation war gewaltig. Zwei Polizisten, die sich zufällig ganz in der Nähe des Tatortes befunden hatten, sahen eine „zwei Meter hohe Rauchwolke“ und konnten beobachten, dass „28 Euro Münzgeld und 155 Euro in Geldscheinen weit durch die Luft flogen“.

Die Beamten nahmen die Verfolgung der gemeinsam auf einem Fahrrad flüchtenden Männer auf und konnten sie überwältigen. Die Polizisten stellten einen Rucksack sicher, indem die Tatverdächtigen 70 Feuerwerksknaller, dazu ein Teleskop-Schlagstock und ein Messer transportieren.

Der 23-Jährige gab als Motiv an, zu jener Zeit Geld für Drogen gebraucht zu haben. Zudem sei sein Leben „völlig auf einem Tiefpunkt angelangt“. Ohne festen Wohnsitz habe er sich in einem Wohnheim einquartiert, zudem habe er unter dem schlechten Einfluss einer älteren Freundin gestanden.

Die Frau, die inzwischen wegen mehrfachen Trickbetrugs und weiterer Taten zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden ist, habe ihn manipuliert und sei der „Kopf“ der damaligen kriminellen Aktivitäten gewesen. Später jedoch habe sich die Frau gegen ihn gestellt und ihn gemeinsam mit einem Mittäter sogar „gefoltert“.

22 Monate auf Bewährung

Der Angeklagte, der bereits im Juni 2019 vom Amtsgericht Wesel wegen Raubes und Drogenhandels zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verdonnert worden war, kam auch diesmal ohne Haft davon: 22 Monate auf Bewährung lautet das Urteil, das Geständnis und die Nennung der „Anführerin“ kamen ihm zugute.

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