Spaziergänger aufgepasst! Von der Trockenheit gestresste Bäume werfen Äste ab

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Um Wasser zu sparen, werfen Bäume aktuell immer wieder große Äste ab. Spaziergänger sollten deshalb besonders aufmerksam sein. Im Herbst könnte sich die Lage noch verschärfen.

Dorsten

, 16.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Extrem-Wetter setzt den Bäumen weiterhin zu. Besonders an heißen Tagen werfen auch augenscheinlich kerngesunde Bäume zum Teil riesige Äste ab. In Dorsten krachten zuletzt Äste auf geparkte Autos an der Alleestraße (DZ+). Im Stadtpark in Werne stürzte ein schwerer Ast auf einen Gehweg, und die Stadt Ahaus sperrte vorsichtshalber den Schlosspark zwei Tage lang für Besucher, weil die Gefahr durch herausbrechende Äste zu groß wurde.

Der sogenannte Grünastbruch (auch Sommerbruch) ist nicht vorhersehbar, bestenfalls kündigt ein kurzes Knacken den herabstürzenden Ast noch an. Der Astbruch kann ganz unvermittelt und bei völliger Windstille auftreten.

Schäden vom Vorjahr wirken noch nach

Ursache dieses Phänomens ist die Trockenheit, wie RVR-Förster Michael Reidemeister sagt: „Das sind teilweise auch Schäden vom Vorjahr, durch das zweite Jahr mit extremer Trockenheit hat sich dieser Prozess fortgesetzt und das Endresultat ist, dass so viele Äste abbrechen.“ Einige Bäume werfen schon jetzt Laub ab, um Wasser zu sparen, andere eben ganze Äste.

Spaziergänger aufgepasst! Von der Trockenheit gestresste Bäume werfen Äste ab

Förster Michael Reidemeister rät wegen der Gefahr durch herabstürzende Äste zu gesteigerter Aufmerksamkeit beim Waldspaziergang. © Rüdiger Eggert

Natürlicher Astbruch zählt zu den sogenannten „waldtypischen Gefahren“, wie der Bundesgerichtshof (BGH) im Jahr 2012 entschieden hat. Für Schäden, die durch waldtypische Gefahren verursacht werden, muss der Waldbesitzer nicht haften. Wer den Wald betritt, tut dies auf eigene Gefahr.

Unvorhersehbarer Astbruch bei Straßenbäumen ein „hinzunehmendes Lebensrisiko“

Auch bei Straßenbäumen gehört ein natürlicher Astbruch, für den es vorher keine Anzeichen gegeben hat, laut BGH „grundsätzlich zu den naturgebundenen und daher hinzunehmenden Lebensrisiken“. Eine absolute Sicherheit gebe es nicht, betonen die Karlsruher Richter.

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Laut Feuerwehrsprecher Markus Terwellen gibt es in Dorsten immer mal wieder Fälle von Grünastbrüchen. „Eine signifikante Steigerung haben wir aber nicht beobachtet.“ Und zu Personenschäden ist es glücklicherweise bislang auch nicht gekommen.

Betroffen sind laut RVR-Förster Reidemeister grundsätzlich alle Bäume. „Das wird uns auch noch eine ganze Weile begleiten“, sagt er. „Am Baum hängt ja auch viel Gewicht, im Herbst kommen Früchte wie Eicheln oder Bucheckern und die Herbststürme dazu.“ Das werde einiges bewirken in den Baumkronen. „Man sollte auf jeden Fall immer mit offenen Augen durch den Wald laufen.“

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