Radfahrer umkurven gesperrten Bahnübergang auf eigene Gefahr

hzBahnübergänge

Die Bahn baut in Dorsten um. Walker und Radfahrer sind sauer, dass ein Bahnübergang in Lembeck seit einem halben Jahr gesperrt ist. Aus Überdruss begeben sie sich in Gefahr.

Dorsten, Lembeck

, 19.05.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Speckinger Weg in Lembeck führt zwischen Lippramsdorfer Straße und Haaneweg mitten durch Lembecker Bauerschaften - Wanderer, Walker und Radfahrer lieben die Route. Und auch Pflegedienste müssen dadurch, um Menschen in ihren Häusern zu versorgen.

Seit einem halben Jahr wird ihr direkter Weg aber durchkreuzt: vom Bahnübergang Speckinger Weg. Den hat die Bahn abgesperrt, weil sie den Übergang sowie drei weitere in Dorsten absehbar digitalisieren möchte. Dazu gehören neben dem Speckinger Weg der Bahnübergang am Kaisersweg, an der Lippramsdorfer Straße und an der Gälkenheide. „Für diese Streckenabschnitt sind Plangenehmigungen erlassen worden“, erklärt Heike Schmidt, Sprecherin des Eisenbahnbundesamtes.

Die Lembeckerin Reinhild Weßeling ist eine regelmäßige Nutzerin des Speckinger Weges. Sie dreht dort ihre Walkingrunden mit ihrer Gruppe und wundert sich, dass die Arbeiten nicht vorangehen.

„Wir haben mehrfach gesehen, dass Radfahrer einfach um die Absperrungen kurven und über die Bahngleise auf die andere Seite des Speckinger Weges wechseln. Das ist ganz schön gefährlich. Denn die Bahnen der Nordwestbahn sind leise, die hört man nicht unbedingt“, sagt Weßeling.

Die Digitalisierung der Dorstener Bahnübergänge auf der Strecke Bottrop/Quakenbrück zieht sich hin. Für den Speckinger Weg hat das Eisenbahnbundesamt aber schon im Jahr 2019 die Baugenehmigung erteilt.

Zeitaufwändige Planfeststellungsverfahren

„Das Planrechtsverfahren beim Eisenbahnbundesamt (EBA) ist allerdings nur ein Teil des Gesamtprozesses für ein Bauvorhaben, das immer in den Händen des Vorhabenträgers, also der Bahn, bleibt“, sagt uns Heike Schmidt, Pressesprecherin des EBA auf Anfrage. Nur einen geringen Teil der Verfahrensdauer könne das Eisenbahnbundesamt selbst steuern.

Der Deutener Detlev Stoffel hat schon Anfang des Jahres in einer Mail an die Redaktion kritisiert: „Die Schrankenanlagen in Deuten sollen noch komplett erneuert werden. Weiter Richtung Norden funktionieren die Schranken gar nicht.“ Daran hat sich wohl nichts geändert. Reinhild Weßeling kann dem Deutener jetzt im Mai nur beipflichten. Sie hat bei ihren Rundgängen gesehen, dass die Absperrgitter am Speckinger Weg mittlerweile „ganz schön ramponiert“ sind.

Die örtlichen Verhältnisse werden überprüft

Das EBA sicherte am Dienstag auf unsere Anfrage zu: „Das Eisenbahn-Bundesamt hat die Bahn aktuell angewiesen, die örtlichen Verhältnisse zu überprüfen und bei Bedarf weitere Maßnahmen einzuleiten, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Den Vorgang wird das EBA auch künftig im Rahmen seiner Aufsicht berücksichtigen.“

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