Band Vertikal produziert Corona-Song als kontaktloses Youtube-Video

Coronavirus

Zusammen im Proberaum? Geht derzeit nicht. Und so hat die Rockband Vertikal aus Dorsten einen Corona-Song als Video produziert: Jeder für sich daheim und trotzdem gemeinsam in Bild und Ton.

Dorsten

, 14.04.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jeder für sich haben die Vertikal-Musiker ihren instrumentalen Part zuhause aufgenommen.

Jeder für sich haben die Vertikal-Musiker ihren instrumentalen Part zuhause aufgenommen. © Privat

Die Mitglieder der Dorstener Rockband Vertikal hatten in diesen Wochen eigentlich wichtige Termine in ihren Kalendern stehen: Immerhin sollte die Vorproduktion ihrer neuen EP anlaufen. „Doch an gemeinsame Proben ist derzeit nicht zu denken, auch wir halten strikt Abstand“, erzählt Sänger Marcel „Töle“ Bromberek.

Kontaktloses Youtube-Video

Aber da das Leben allein zu Hause ohne die Mitmusiker ganz schön langweilig werden kann, macht man halt aus der Not eine künstlerische Tugend: „Corona-Musik“ - jeder für sich, aber irgendwie doch zusammen. Denn die Band hat gemeinsam ein Youtube-Video produziert - kontaktlos, ohne sich zu begegnen.

„Wir werden das schon schaffen!“ heißt die Botschaft des Songs in „Quarantäne-Version“. Sänger Töle, Schlagzeuger Fuldner, Bassist Marek, Posaunist Joni, Trompeter Nico und Gitarrist Dan haben sich jeweils in den eigenen vier Wänden gefilmt, während sie die musikalischen Parts auf ihren Instrumenten aufgenommen haben.

Digital hin und her geschickt

„Es war das erste Mal, dass wir uns digital so ausgetauscht und die Files hin und her geschickt haben“, erzählt Töle: „Ich habe mit Gitarre und Gesang den Anfang gemacht, dann ging es reihum.“

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Vertikal-Fans wird der Song bekannt vorkommen. Er ist angelehnt an den Titel „Erstmal eine dampfen“, bestätigt Töle Bromberek. Aber mit neuem Gute-Laune-Text versehen. Ironisch wird darin der triste Corona-Alltag beschrieben. Und im mehrstimmigen Refrain heißt es: „Wir werden das schon schaffen, wir müssen einfach weiter Hände waschen.“

Rein akustisch

Der Song ist nicht perfekt produziert, „die ganze Atmosphäre sollte authentisch rüberkommen“. Die Instrumente sind vornehmlich akustisch, „jeder sollte mit dem arbeiten, was er zu Hause vorfindet“. So ist ein Vertikal-untypischer Kontrabass zu hören und zu sehen, Schlagzeuger Fuldner nutzt für den Rhythmus Eimer, Topf, Rassel und Schneebesen.

Filmemacher Darius Marelius hat das Ergebnis der Session für Youtube produziert.

Videograph Darius Marelius hat das Ergebnis der Session für Youtube produziert. © Privat

Die Regie und Bildproduktion lag in Händen des Filmemachers Darius Marelius, der gleichzeitig Manager der Band ist. Seine Aufgabe: Die jeweiligen Handy-Video-Aufnahmen so zusammenzusetzen, dass Bild und Ton der sechs Video-Clip-Fenster im Endeffekt passen.

„Als Videograph war das auch Neuland für mich, normalerweise gebe ich ja direkt vor Ort die Anweisungen“, sagt er. Aber die Synchronisation ist stimmig. Und wenn doch mal die Posaune zu hören ist, ohne dass Joni sie spielt, „ist das einer von den Gags, die wir im Video versteckt haben“.

Video per WhatsApp

Töle Bromberek hofft, dass die Homerecording-Session im Netz gut laufen wird, über Facebook und andere Netzwerke: „Wer das Video per WhatsApp für Mutti, Tante oder Bürgermeister haben möchte, sollte eine Nachricht an die Handynummer 0157 83750282 senden.“

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