Beim neuen Kassensystem in Dorsten wurde die erste Rechnung ohne die Bürger gemacht

hzKlare Kante

Die Umstellung des städtischen Kassensystems mag kompliziert sein. Die betroffenen Bürger vorab zu informieren, wäre dagegen ganz einfach gewesen. Und zwingend notwendig - ein Kommentar.

Dorsten

, 17.01.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

In Sachen Bürgerfreundlichkeit macht die Stadt Dorsten vieles richtig. Zuletzt hat sie den Service im Bürgerbüro deutlich verbessert. Doch bei der Umstellung des städtischen Buchungssystems hat sie die erste Rechnung ohne die Menschen gemacht.

Eltern waren beunruhigt oder sogar verzweifelt

„Es war von vorneherein klar, dass es bei der Abbuchung von Kita-Gebühren und der Auszahlung von Unterhaltsvorschuss zu Verzögerungen kommen würde“, teilte die Stadt mit. Tatsächlich? Gut zu wissen im Nachhinein. Eine Entschuldigung bei den Menschen, die mindestens irritiert waren über eine fehlende Abbuchung, in Einzelfällen sogar verzweifelt, weil sie mehrere hundert Euro erst eine Woche später erhielten? Fehlanzeige!

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Stattdessen spricht der Pressesprecher der Stadt allen Ernstes von einer „Abwägung“, ob eine Vorabinformation nicht vielleicht mehr Unruhe gestiftet hätte. Das heißt übersetzt: Wir sagen besser nichts, und wenn sich jemand wundert, können wir immer noch eine Erklärung liefern. Interessante Strategie!

Lob für Mitarbeiter zum falschen Zeitpunkt

Hunderte Eltern waren in dieser Woche verunsichert, ob sie oder ihre Bank zum Jahreswechsel vielleicht etwas falsch gemacht haben bei der Abbuchung der Gebühren für Kita oder OGS. Drohen jetzt womöglich Mahngebühren? DAS nennt sich Unruhe, und sie wäre mit einer besseren Informationspolitik im Vorfeld leicht zu vermeiden gewesen.

Stattdessen lobt der Kämmerer in einer schriftlichen Stellungnahme der Stadt am Donnerstag seine Mitarbeiter über den grünen Klee, wie gut sie die Umstellung der Finanzsoftware vorbereitet haben. Da mag er richtig liegen, doch der Zeitpunkt für solche Aussagen ist denkbar unglücklich gewählt. Das interessiert die Betroffenen nämlich gerade überhaupt nicht.

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