Bergbauverein in Dorsten sucht noch Möbelstücke für seine historische Wohnküche

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Möglichst anschaulich will der Bergbauverein bei Führungen die Geschichte der Zechenkolonie und den Alltag der Bergleute erzählen. Er bittet deshalb um historische Möbel für seine Wohnküche.

Dorsten

, 18.04.2019 / Lesedauer: 3 min

An der Wand hängt eine alte Pendeluhr, darunter steht eine antike Singer-Nähmaschine. Gegenüber ist ein weiß lackierter Holztisch eingedeckt, darüber ist ein historischer Fensterrahmen ohne echten Ausblick nach draußen zu sehen, dafür aber mit farbigem Gemälde des abgerissenen Förderturms von Fürst Leopold. In der Mitte ist aber noch eine Menge Platz. „Wäre schön, wenn wir hier noch einen gut erhaltenen Teppich hätten, um die Wohnküche etwas gemütlicher zu machen“, sagt Gerd Schute vom Dorstener Bergbauverein. „Und einen Ohrensessel oder eine Chaiselongue, auf der man früher am Wochenende seinen kleinen Mittagschlaf gemacht hat.“

Start und Ziel der Führungen

Die Wohnküche - sie war früher der Lebensmittelpunkt für die Bewohner der Zechenhäuschen. Die Wohnküche - sie soll auch der Blickfang der Geschäftsstelle des Bergbauvereins am Brunnenplatz werden. Die Räumlichkeiten sind seit jeher Start- und Zielpunkt der Besucherführungen durch die denkmalgeschützte Zechensiedlung Fürst Leopold.

Bergbauverein in Dorsten sucht noch Möbelstücke für seine historische Wohnküche

Stillleben mit Fenster. © Michael Klein

Und weil die Vereinsmitglieder inzwischen ihre Versammlungen und andere wichtige organisatorische Dinge im Begegnungszentrum „Das Leo“ veranstalten, haben sie inzwischen ihr ehemaliges Hauptquartier neu eingerichtet - mit Mobiliar, das typisch war für die 1940er- bis 1960er-Jahre, spät abends und früh morgens wird es sogar beleuchtet. „Wir wollen zeigen, wie die Familien hier früher gelebt haben“, betont Volker Jenau vom Bergbauverein.

Exponate wecken Erinnerungen

„Dadurch wird es noch anschaulicher, die Geschichte der Kolonie und das Leben hier zu erzählen und nachzuvollziehen.“ Schon jetzt wecken die Exponate viele Erinnerungen bei den meist älteren Besuchern: „So sah das früher wirklich aus“ oder „Das hatten wir auch“, lauteten viele Kommentare, sagt Volker Jenau.

Denn schon jetzt stehen einige echte Schmuckstücke in den Erdgeschoss-Räumen. Zum Beispiel der mächtige Kohle-Kochherd mit Backofen und einer Art Reling, an der die Bergmannsfrauen über Nacht die Wäsche zum Trocknen aufgehängt haben. Die Töpfe, Pfannen, Kessel und anderen Küchenutensilien sind Originale von damals. Oder der Küchenschrank im Gelsenkirchener Barock, der prall gefüllt ist mit traditionellen Gerätschaften wie Brotmaschinen, Fleischwölfen, Backformen und natürlich stilechten Henkelmännern.

Vom Schulzentrum bekommen

Wie auch die kleine Badezimmereinrichtung mit Waschbrett wurden diese Möbelstücke dem Verein zur Verfügung gestellt vom Schulzentrum an der Pliesterbecker Straße. „In den Kellerräumen dort konnten sich die Schüler mit dem Thema Bergbau beschäftigen“, sagt Gerd Schute. Neben den eingangs erwähnten Einrichtungsgegenständen sucht der Bergbauverein nach seinen Angaben noch Alltagsgegenstände wie eine Kohlentröte oder eine Zinkwanne, „in der die Kinder damals wie die Orgelpfeifen nacheinander gebadet wurden“.

Bergbauverein in Dorsten sucht noch Möbelstücke für seine historische Wohnküche

Die offenen Sonntags-Führungen des Bergbauvereins beginnen Ostersonntag. © Privat

Übrigens: Am Ostersonntag (21. April) findet die erste „Offene Führung“ durch die Zechensiedlung in diesem Jahr statt. „Wir haben dieses Angebot von freitags auf sonntags verlegt, weil die Bürger an dem Tag mehr Zeit haben“, sagt Gerd Schute. An jedem dritten Sonntag im Monat führt der Bergbauverein die Teilnehmer auf einem 90-minütigen Spaziergang durch die Siedlung. Treffpunkt ist jeweils um 13 Uhr an der Geschäftsstelle, Kosten: 5 Euro, Kinder bis 12 Jahre frei.

Auf Anmeldung bietet der Bergbauverein in seinem neuen Flyer für 2019 weitere Führungen unter den Themen „Die Gärten der Siedlung“, „Fotoschicht“, LiteraT(o)ur, „Spiel mal wieder“ und „So war früher“ an, aus gesundheitlichen Gründen musste die „Taubenvatter-Tour“ aber aus dem Programm genommen werden. Auch Radtouren und Führungen auf dem Zechengelände sind erneut buchbar.

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